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Fashion Revolution

April 20, 2021 6 Minuten Lesezeit

Fashion Revolution

Der Fashion Revolution Day am 24. April

Am 23. April jährt sich der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch. Im Jahr 2013 kollabierte das Dach der Fabrik und über 1.100 Textilarbeiter*innen starben. Um auf diesen traurigen Tag sowie die dahinterliegenden Probleme der Fast Fashion aufmerksam zu machen, findet jedes Jahr am 24. April der sogenannte Fashion Revolution Day statt. So soll die Frage „Wer hat meine Kleidung produziert?“ beantwortet werden.

In diesem Beitrag liest du mehr über den Fashion Revolution Day und die anschließende Fashion Revolution Week. Wir verraten dir, wie du an den verschiedenen Aktionen teilhaben kannst und wie du auch über dieses Event hinaus auf faire Kleidung setzt, um unmenschliche Arbeitsbedingungen in einsturzgefährdeten Fabriken zu vermeiden. Außerdem gehen wir darauf ein, welche Auswirkungen die aktuelle Corona-Pandemie auf die Fast-Fashion-Industrie hat und was du tun kannst.

Was hat es mit dem Fashion Revolution Day auf sich?

Der jährlich stattfindende Fashion Revolution Day soll darauf aufmerksam machen, wie schlecht die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter*innen in der Fast-Fashion-Industrie sind. In vielen Niedriglohnländern wie Bangladesch werden die Menschen ausgebeutet, um für Marken wie Primark und Mango die gewünschte Mode herzustellen. Dabei war das Rana-Plaza-Unglück mit dem Einsturz der Fabrik und weit über 1.100 Todesfällen sowie 2.500 Verletzten nur die Spitze des Eisbergs:

  • Im Jahr 2005 starben 64 Personen, als eine Kleidungsfabrik in Dhaka zusammenstürzte.
  • Im Jahr 2010 gab es ein Feuer in einer Kleidungsfabrik in Bangladesch, bei dem 26 Menschen starben.
  • Im Jahr 2012 tötete ein weiteres Feuer 112 Mitarbeiter*innen und verletzte viele weitere Personen – auch dies passierte in Bangladesch.

In Bangladesch haben besonders viele Modehersteller ihre Fabriken, da es sich um eines der Länder mit dem niedrigsten Arbeitslohn handelt. Über vier Millionen Arbeiter*innen – hauptsächlich Frauen – schuften hier unter unmenschlichen Bedingungen und unter Risiken wie dem Einsturz ihrer Fabrik.

Daher ist die Rana-Plaza-Fabrik zu einem aussagekräftigen Symbol dafür geworden, wie Fast-Fashion-Ketten die Ausbeutung von Mindestlohnarbeiter*innen vorantreiben. Der Fashion Revolution Day möchte die Aufmerksamkeit auf dieses oft unbequeme Thema lenken. Dabei geht es nicht darum, die Produktion in Bangladesch und anderen Ländern zu verbieten, denn schließlich leben viele Personen von dieser Industrie. Wichtig ist es jedoch, sich für fairere Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen einzusetzen. Und du als Konsument*in kannst genau dies von der Modeindustrie fordern, indem du mit deinem Kauf ein klares Zeichen setzt.

Was passiert in der Fashion Revolution Week?

Aus dem Fashion Revolution Day am 24. April ist inzwischen eine Fashion Revolution Week geworden. Diese findet in diesem Jahr vom 19. bis zum 25. April statt und besteht aus vielen internationalen Kampagnen, virtuellen Events und Ideen dafür, wie wir uns alle für eine nachhaltigere Modewelt einsetzen können.

Im Jahr 2021 ist das zentrale Thema der Fashion Revolution Week die Verbindung zwischen Menschenrechten und der Natur. Die globale Bewegung, die hinter der Organisation Fashion Revolution steht, ist auf der Suche nach innovativen und praktischen Lösungen. Dabei kommen zahlreiche Stimmen zum Einsatz – insbesondere die Stimmen der oft ungehörten Personen, die hinter der Lieferkette unserer Mode stecken.

Während der Fashion Revolution Week wird es um die folgenden Ideen gehen:

  • Wie können wir Mode umweltfreundlicher produzieren?
  • Wie können wir den Abgrund zwischen reichen Mode-Titanen und Menschen entlang der Lieferkette, die unter schlechtesten Bedingungen arbeiten, verkleinern?
  • Wie können wir unsere Beziehungen zu Fast Fashion und zu Modeketten verändern?
  • Welche Werte sind uns als Konsument*innen wichtig und wie hat sich das durch COVID-19 verändert?
  • Wie können wir uns gemeinsam für ein revolutioniertes Modesystem stark machen?

Rund um den Fashion Revolution Day 2021 wird es zahlreiche spannende Events, Vorträge und Workshops geben, die du auf der Website der Fashion Revolution Week besuchen kannst. Darüber hinaus gibt die Organisation wertvolle Hinweise, wie wir uns alle im Alltag, aber auch auf politischer Ebene für die Umsetzung von Menschenrechten sowie eine naturschonende Produktions- und Lieferkette einsetzen können.

Wie kann ich selbst ein Zeichen setzen?

Für die diesjährige Fashion Revolution Week dient das letzte Jahr als Beispiel. Denn da sich nach wie vor viele von uns im Lockdown befinden, sind keine Demonstrationen möglich. Stattdessen spielen die Fenster unserer Häuser eine wichtige Rolle, um politische Zeichen zu setzen. Zugleich gibt es viele Möglichkeiten, online aktiv zu werden.

Das Team hinter der Fashion Revolution Week empfiehlt unter anderem diese Möglichkeiten, um aktiv für Menschenrechte und Naturschutz in der Modeindustrie zu kämpfen:

  • Folge der Fashion Revolution auf sozialen Medien.
  • Informiere dich per Newsletter über die Kampagne.
  • Nutze das digitale Medien-Kit.
  • Hänge Poster in dein Fenster.
  • Nimm an Veranstaltungen teil.
  • Werde in einer lokalen Gruppe aktiv.

Wie kann ich meine Kleidung fairer gestalten?

Auch nach dem jährlichen Fashion Revolution Day bleibt die Frage, wie wir auf fairere Kleidung setzen können. Ein wichtiges Thema angesichts der Probleme in der Fast Fashion sowie des Klimawandels ist hier die sogenannte Slow Fashion. Dabei handelt es sich um hochwertige Kleidungsstücke, die in der Nähe hergestellt werden und lange vorhalten. Anstatt also jedes halbe Jahr mit der aktuellen Kollektion zu gehen, entscheidest du dich hier für immergrüne Mode, die deinen Kleidungskonsum reduziert.

Wenn du bei den bekannten Marken einkaufst, gibt es ebenfalls Möglichkeiten, dich für nachhaltige Mode einzusetzen. Achte zunächst einmal darauf, wo das jeweilige Kleidungsstück hergestellt wurde. Labels wie „Made in Bangladesh“, „Made in India“ und „Made in China“ weisen fast immer auf menschenunwürdige Arbeitsbedingungen hin. Das heißt nicht zwangsläufig, dass du diese Produkte vermeiden solltest, denn ausbleibendes Geschäft ist für die Arbeiter*innen vor Ort auch keine Entwicklung. Aber was du tun kannst, ist auf Siegel zu achten, die eine faire Produktion sowie die nachhaltige Nutzung von Ressourcen garantieren.

Die folgenden Siegel sind hier besonders wichtig:

  • IVN BEST
  • GOTS
  • Fairtrade Cotton
  • Fair Wear Foundation
  • Cotton made in Africa
  • Der grüne Knopf

Außerdem bieten viele Ketten inzwischen eine eigene Abteilung mit nachhaltig produzierten Kleidungsstücken an. Setze ein Zeichen mit deinem Geldbeutel, indem du diese Produkte kaufst. Nutze auch Angebote wie etwa die Kleidersammlung von H&M, um Mode nachhaltig zu entsorgen und zugleich Bonuspunkte zu sammeln. Wichtig: Informiere dich gut über das jeweilige Programm, bevor du daran teilnimmst.

So gern wir auch shoppen gehen, wir sind alle dazu aufgerufen, auch außerhalb des Fashion Revolution Days zu überlegen, wie viel Kleidung wir wirklich brauchen. Denn die Modeindustrie trägt mit ihrem hohen Wasserverbrauch, den Importen über lange Strecken und den genutzten Chemikalien zum Klimawandel bei. Anstatt also monatlich neue Kleidung zu kaufen, könntest du beispielsweise auf angesagte Second-Hand-Kleidung setzen, kaputte Kleidungsstücke upcyceln, mit Freund*innen Kleidung tauschen, bestimmte Kleidungsstücke mieten oder im Sinne der Capsule Wardrobe an einem minimalistischen Kleiderschrank arbeiten. Mit Kreativität und Ehrlichkeit ist hier schon viel getan!

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Fashion-Industrie?

Die Corona-Pandemie hat auch in der Modeindustrie drastische Auswirkungen gezeigt. Viele von uns haben lange keine Kleidung mehr gekauft und vielleicht sogar Erfahrungen mit DIY und Upcycling gesammelt. Zugleich sind aber auch für zahlreiche Arbeiter*innen in der ganzen Welt Arbeitsplätze weggefallen. Zum Beispiel wurden allein im März 2020 über 864 Millionen bestellte Kleidungsstücke aus Bangladesch von den Auftraggebern wieder abbestellt. Diese Produkte waren fertig und bereit für den Versand, aber am Ende wurde niemand dafür bezahlt.

Weltweit mussten Arbeiter*innen aus der Modeindustrie ihren Arbeitsplatz verlassen und konnten sich so in vielen Fällen das Leben in der Stadt nicht mehr leisten. Sie kehrten zurück in ihre Dörfer oder landeten in informellen Siedlungen mit menschenunwürdigen Lebensbedingungen. In Bangladesch hat die Pandemie besonders starke Spuren hinterlassen, aber auch in Ländern wie Äthiopien und China ist das ausbleibende Geschäft deutlich zu spüren.

Auch hierzulande mussten viele Läden schließen. Vor allem Anbieter, die lokal produzierte und handgemachte, also nachhaltige, Mode verkaufen, konnten die Pandemie häufig nicht finanziell überstehen. Umso wichtiger ist es, dass wir als Konsument*innen Slow Fashion und fair gehandelte Mode unterstützen. Sei es durch gezielte Online-Käufe, durch die Wahl nachhaltiger Labels und Siegel oder politischen Druck auf die großen Ketten, gemeinsam können wir hier viel bewegen.

Fazit: nachhaltig gekleidet durch den Alltag

Als Konsument*innen haben wir eine große Verantwortung, denn wir müssen nicht nur auf Umwelt und Geldbeutel achten, sondern auch auf Arbeitsbedingungen. In diesem Beitrag hast du gesehen, dass der reine Verzicht nicht immer hilfreich ist. Stattdessen können wir durch wohlüberlegte Entscheidungen und durch die Unterstützung wichtiger Initiativen das nötige Zeichen setzen. Weitere Mythen rund um die Nachhaltigkeit findest du hier.

Indem du deinen eigenen Modekonsum kritisch hinterfragst, auf nachhaltig und fair produzierte Mode setzt und deine Werte auch nach außen trägst, kannst du weit über den Fashion Revolution Day hinaus die Menschenrechte sowie die Umwelt unterstützen.

Zu guter Letzt haben wir hier noch ein paar Empfehlungen zu Dokumentationen und Büchern rund um das Thema Fast Fashion:

  • Jana Braumüller, Vreni Jäckle und Nina Lorenzen: „Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können“
  • Anna Bronowski und Juliana Holtzmeier: „Minimal Fashion: Den eigenen Stil finden, Kleidung bewusst einkaufen und clever kombinieren“
  • Gisela Burckhardt: „Todschick – Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert“
  • Dokumentarfilm „The True Cost“
  • Dokumentarfilm „Rana Plaza Collapse – The Deadly Cost of Fashion“


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