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Soja zerstört den Regenwald

April 15, 2021 4 Minuten Lesezeit

Soja zerstört den Regenwald

Wer sich mit der Klimakrise beschäftigt, weiß, dass der Regenwald im Kampf gegen diese Krise von elementarer Bedeutung ist. Er ist ein einzigartiges Ökosystem, ohne das es kein Leben auf dieser Erde gäbe.

Die Aussage, Soja zerstöre den Regenwald, ist vielen bekannt. Was jedoch nur wenige wissen ist, dass der Grund für diese Zerstörung nicht die Sojaprodukte sind, die wir zu uns nehmen. Nicht selten hört man von Fleischesser:innen das Argument, dass für das Soja, was Veganer und Vegetarier essen, Regenwald zerstört werden würde. Jedoch ist das Gegenteil der Fall, denn vor allem Fleischesser:innen sowie der generelle Konsum tierischer Produkte sind Grund für die Abholzung der Wälder.

In diesem Blogbeitrag wird aufgezeigt, was die Abholzung des Regenwaldes für die globale Erderwärmung bedeutet und warum ohne Wälder nichts auf der Erde geht. Darüber hinaus wird erklärt, in welchem Zusammenhang die Zerstörung des Regenwalds mit Soja steht und welches Problem sich tatsächlich hinter dem Anbau von Soja verbirgt.

Spannende Fakten und Zahlen zum Thema Regenwald

Der Anteil weltweiten Regenwalds dehnt sich auf 6 Millionen Quadratkilometern in 9 Ländern aus, wovon 60% allein in Brasilien liegen. Dieser Regenwald in Brasilien umfasst umfasst mehr als die Hälfte des weltweit verbliebenen Tropenwaldes und stellt die größtem zusammenhängende Regenwaldfläche weltweit dar.

Als einzigartiges Ökosystem fungiert der Regenwald als natürliche Klimaanlage und gilt zudem als globaler Klimakipppunkt. Die Zerstörung des Regenwaldes würde die Klimakrise dramatisch verschlimmern. Des Weiteren ist er von unschätzbarem Wert für den Erhalt von Artenvielfalt sowie für uns Menschen als eine Art Apotheke. Der WHO zufolge basiert ein Viertel aller Arzneimittel auf pflanzlichen Wirkstoffen.

Im Regenwald gibt es 40.000 Pflanzen, 425 Säugetiere und 1300 Vogelarten, von denen viele noch nicht einmal entdeckt wurden. Zudem leben im Amazonas-Regenwald 180 indigene Gemeinschaften mit insgesamt 350.000 Menschen, deren Heimat mit dem Schwund des Regenwaldes ebenfalls schwindet.

Amazonien und die Regierung Bolsonaro

Dank des erfolgreichen Stopps von Projekten wie dem Sao-Luiz-Do-Tapajos Staudamm 2016 im Herzen des Regenwaldes hoffte man kurzzeitig, dass eine Minimierung der Zerstörung des größten Regenwaldes erreicht werden könnte. Seit der brasilianische Präsident Bolsonaro die Regierung übernommen hat, nimmt die Zerstörung des Regenwaldes, der zu 60% in Brasilien liegt, wieder zu. Bolsonaro begrüßt die Rodung des Regenwaldes mit dem Ziel, Brasiliens landwirtschaftliche Flächen zu vergrößern. Auf diesen Flächen sollen Viehweiden und Sojafelder angelegt werden, die aber nicht der Ernährung der lokalen Bevölkerung dienen, sondern dem Export in die urbanen Zentren Brasiliens und in das Ausland.

Es ist offensichtlich, dass die Abholzungsraten nach Bolsonaros Wahl weiter in die Höhe stiegen, wobei im Jahr 2019 Wald auf der gigantischen Fläche von 10.129 km² verschwand - eine Fläche, die viermal der Größe des Saarlands entspricht.

Jedoch liegt die Verantwortung nicht allein bei der Regierung Brasiliens, sondern auch der Konsum in Europa ist hierfür mitverantwortlich. Die Abholzung des Regenwalds dient verschiedenen Ressourcen und Produkte, hauptsächlich Holz, Papier, Ölpalm- und Sojaplantagen sowie Rinderweiden. Darüber hinaus werden Bodenschätze wie Eisenerz, Gold, Öl oder Gas ausgebeutet und Großstaudämme gebaut.

Soja und der Regenwald

Die Albert Schweitzer Stiftung legte offen, dass etwa 80 Prozent der weltweiten Sojaernte letztendlich zu Tierfutter verarbeitet werden. Weitere 18 Prozent werden zu Biodiesel und Ölen verarbeitet, während lediglich 2 Prozent für Sojamilch, Tofuschnitzel und andere Lebensmittel verwendet werden.

Somit wundert es kaum, dass erschreckende 88 Prozent der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes der Tierindustrie dienen. 80 Prozent des flächenintensiven Sojaschrotes, der für Futtermittel nach Deutschland importiert wird, stammen aus Südamerika.

Während pflanzliche Erzeugnisse wie Sojamilch in Deutschland mit 19 Prozent besteuert werden, da sie als "verarbeitete Lebensmittel" angesehen werden, fallen für tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier oder Milch nur 7 Prozent an.

Was hat Wurst mit der Zerstörung des Regenwalds zu tun?

Wie bereits aufgezeigt, liegt die Hauptursache für die Abholzung des Regenwalds in der Produktion von Fleisch bzw. Futter für Tiere, die später zu Fleisch verarbeitet werden. Der Fleischkonsum stellt demnach das größe Problem für die südamerikanische Regenwaldabholzung dar. Im gleichen Zuge birgt der Konsum von Fleisch auch verheerende Auswirkungen für den Klimawandel.

Aus finanziellen Gründen oder geringer Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, wird Fleisch weltweit häufig zu sehr günstigen Preisen gekauft. Damit die Tiere, die hierfür geschlachtet werden, in möglichst wenig Zeit viel Fleisch ansetzen, benötigen diese Eiweiße. Aus diesem Grund werden sie zunehmend mit Soja gefüttert, was eine deutlich steigende Nachfrage der Sojaproduktion mit sich bringt.

Bei den wenigen 2 Prozent des Sojaanteils, die tatsächlich zu Sojabratlingen oder anderen fleischlosen Leckereien verwendet werden, handelt es sich in der Regel um europäisches Bio-Soja aus gentechnikfreier Landwirtschaft. Während gen-verändertes Soja in Deutschland für Tierfutter zugelassen ist, ist es für Lebensmittel für Endverbraucher verboten.

Regenwald-Abholzung für Soja?

Bei den wenigen 2 Prozent des Sojaanteils, die tatsächlich zu Sojabratlingen oder anderen fleischlosen Leckereien verwendet werden, handelt es sich in der Regel um europäisches Bio-Soja aus gentechnikfreier Landwirtschaft. Während gen-verändertes Soja in Deutschland für Tierfutter zugelassen ist, ist es für Lebensmittel für Endverbraucher verboten.

Da der größte Anteil der Regenwald Abholzung auf die Fleischproduktion zurückzuführen ist, ist es wichtig, dass du Fleisch bewusst und regional konsumierst, wie beispielsweise bei Bauern um die Ecke. Am meisten ist dem Regenwald aber natürlich geholfen, wenn du komplett auf Fleisch verzichtest.

10 Tipps um den Regenwald zu schützen

  • Reduziere deinen Konsum von Fleisch- und Milchprodukte oder verzichte komplett darauf.
  • Kaufe keine Tropenholzmöbel.
  • Schränke deinen Papierverbrauch ein und verwende Papier mehrmals.
  • Verwende Recycling-Toilettenpapier oder Bambus-Toilettenpapier.
  • Trinke Wasser aus der Leitung statt aus Flaschen.
  • Benutze Stoffbeutel anstelle von Plastik- oder Papiertüten.
  • Vermeide es, Wegwerf-Produkte zu kaufen.
  • Sei anderen ein Vorbild.
  • Verwende keine Grillkohle aus Tropenholz.
  • Kaufe möglichst keine Produkte, die Palmöl enthalten.

Fazit

Der Beitrag zeigt, dass die Problematik des Sojakonsums nicht in den pflanzlichen Ersatzprodukten liegt, sondern in der Fleischproduktion. Somit würde sich der Bedarf an Soja deutlich verringern, wenn sich alle Menschen vegan ernähren würden. Die Hauptsache ist, dass du dir als Veganer:in, Vegetarier:in oder Fleischesser:in darüber im Klaren bist, wie wertvoll der Regenwald ist und was du durch deine eigene Ernährung und deinen Lebensstil verändern und erreichen kannst. Denn "Was soll einer alleine schon erreichen, fragt sich die halbe Menschheit?"

Wenn du dich für das Thema Regenwald interessierst, schau doch mal in diese Blogbeiträge rein:

Sinnvoll holzfrei leben: erste Schritte

Was bedeutet die Abholzung des Regenwaldes für die Erderwärmung?

Warum ist Palmöl ein Problem?

Ohne Wälder geht nichts auf der Erde – Grund genug, sie zu schützen

Mythen rund um Nachhaltigkeit



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