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Microgreens

Mai 21, 2021 6 Minuten Lesezeit

Microgreens

Microgreens

Microgreens sind derzeit wortwörtlich in aller Munde. Dieser Garten- und Küchentrend aus den USA ist insbesondere im Urban Gardening sehr beliebt. Als Superfood passen die Microgreens sehr gut in einen gesundheitsbewussten Lebensstil. Noch dazu lassen sich die Keimlinge, zu denen etwa Kresse gehört, ganz einfach in den eigenen vier Wänden anbauen. So sparst du Platz, Zeit und Geld und hast eine schöne Auswahl an würzigen Microgreens zur Verfeinerung deiner Gerichte.

Hier erfährst du, was genau Microgreens sind und warum die Keimlinge als Superfood bezeichnet werden. Wir listen dir auf, welche Samen sich für den Anbau von Microgreens eignen und wie du am besten vorgehst, um schon bald eine Auswahl an Keimlingen auf der Fensterbank anzubauen. Dabei gehen wir auch auf die korrekte Pflege der Microgreens ein. Zuletzt erhältst du Tipps für Rezepte und Anwendungen in der Küche.

Was sind Microgreens?

Bei Microgreens handelt es sich um die einfachste Form von Pflanzen, nämlich um Keimlinge. Der Wortbestandteil „Micro“ beschreibt, dass es sich um winzig kleine Pflanzen handelt. Mit „Greens“ sind im Englischen sowohl Gemüsepflanzen als auch Kultur- und Wildkräuter gemeint. Entsprechend sind Microgreens die Keimlinge von Gemüse und Kräutern. Sie werden schon im Alter von wenigen Tagen geerntet und frisch verzehrt.

Dieses sogenannte Gemüse in Miniaturversion ist auch als Blattgrün oder Babygrün bekannt. Du hast sicherlich selbst schon Erfahrungen mit dem Anbau von Kresse gemacht – eine typische Grundschulaktivität. Kresse ist ein sehr gutes Beispiel für Microgreens. Die kleinen Pflänzchen wachsen sowohl in Erde als auch auf Matten oder auf Vlies. Sie brauchen für ihr Wachstum vorerst nur Sonnenlicht und ein wenig Wasser. Nach etwa einer Woche haben sie bereits eine Größe von mehreren Zentimetern erreicht und sind bereit für den Verzehr.

Die verschiedenen Microgreens weisen unterschiedliche Geschmacksrichtungen auf. Viele sind würzig und scharf, andere schmecken eher süß. Insgesamt ist der Geschmack von Microgreens intensiver als der von ausgereiftem Gemüse. Somit eignen sich die Keimlinge dazu, Gerichte zu verfeinern. Durch ihre vielfältigen Farbtöne und die oft interessanten Formen taugen sie auch als Dekoration von Gerichten.

Warum sind Microgreens ein Superfood?

Frisch gepflückte Microgreens enthalten sehr viele Nährstoffe und grünes Chlorophyll aus dem Sonnenlicht. Aufgrund dieser Dichte an Nährstoffen und Vitaminen gelten sie als Immun-Booster und werden daher gern als „Superfood“ bezeichnet.

Im Vergleich zu ausgewachsenem Gemüse oder Kräutern enthalten Microgreens deutlich mehr Vitamine und Nährstoffe, und zwar bis zu fünfmal so viel. Insbesondere Vitamin C, E und K sowie Carotinoide kommen häufig in Microgreens vor. Im Folgenden siehst du die Vorteile der Keimlinge auf einen Blick:

  • sehr hoher Nährstoffgehalt
  • Nährstoffe und aktive Enzyme werden direkt vom Körper aufgenommen
  • Stärkung des Immunsystems durch Chlorophyll
  • ballaststoffreich und kalorienarm
  • kostengünstig
  • umweltfreundlich
  • einfach anzubauen, etwa auf der Fensterbank
  • gut zum Dekorieren geeignet

Übrigens: Der Regrow-Trend ist mit dem Microgreens-Trend verwandt. Auch hier baust du köstliches Gemüse und leckere Kräuter auf günstige und nachhaltige Art an.

Welche Samen eignen sich zum Anbau von Microgreens?

Um Microgreens anzubauen, kommen viele verschiedene Samen infrage. Grundsätzlich geht es darum, das junge Grün von Gemüse, Kräutern und anderen Pflanzen zu ziehen. Dabei erhältst du aus jedem Samen einen Stängel, der beim Ernten direkt über der Erde abgeschnitten wird. Viele der Stängel haben schon Keimblätter oder erste richtige Blätter. Je nach Sorte kannst du sieben bis zwölf Tage nach der Aussaat deine Microgreens ernten.

Die folgenden Samen sind gut für den Anbau von Microgreens geeignet:

  • Kresse
  • Rotklee und Bockshornklee
  • Sonnenblumen
  • Grünkohl und Rotkohl
  • Buchweizen
  • Dill
  • Mungobohnen und Ackerbohnen
  • Kichererbsen
  • Rote Linsen
  • Senf
  • Schnittknoblauch

Übrigens: Sprossen sind nicht das Gleiche wie Mikrogrün. Sprossen sind noch jünger. Sie bestehen aus den ersten Trieben und dem Samen selbst, kommen also als Ganzes auf den Teller. Etwas ältere Pflanzen können als Mikrogrün geerntet werden. Hier schneidest du den Stängel ab und verzehrst nur den grünen Teil der Pflanze ohne den Samen.

Beide Versionen der Jungpflanze sind köstlich. Microgreens bieten den Vorteil, dass sie sehr viel Chlorophyll enthalten und daher sehr gut für dein Immunsystem sind. Zudem hatten sie etwas mehr Zeit als Sprossen, um Eiweiße, Nährstoffe und ätherische Öle sowie Bitterstoffe mit teils heilender Wirkung zu bilden.

Tipps für den Anbau von Microgreens

Um deine eigenen Microgreens anzubauen, kommen also verschiedene Samenarten infrage. Da die Keimlinge so schnell wachsen, kannst du innerhalb eines Monats mit unterschiedlichen Pflanzen experimentieren und dabei deine Favoriten entdecken.

Damit die Powerpflänzchen gut wachsen, solltest du schnellwüchsige Kräuter- und Gemüsesorten auswählen. Rote Bete zum Beispiel hat eine lange Wachstumszeit, während Buchweizen, Senf und Kresse sehr schnell wachsen. Wenn du mit harten Samen Microgreens selbst ziehen möchtest, ist es sinnvoll, die Samen vorerst eine Nacht lang in Wasser einzuweichen. So beschleunigst du etwa bei Bohnen, Buchweizen und Sonnenblumenkernen die Keimung.

Ein großer Vorteil an Microgreens besteht darin, dass du sie das ganze Jahr über aussäen kannst. Sie brauchen vor allem Sonnenlicht. Wähle daher einen Platz wie etwa die Fensterbank aus, wo die Pflänzchen viel Licht erhalten. Anzuchtschalen mit Abzugslöchern sowie erdfreie Siebschalen, aber auch Topfuntersetzer oder selbst Auflaufformen und aufgeschnittene Saftverpackungen eignen sich. Fülle das Gefäß zwei Zentimeter hoch mit Kompost- oder Anzuchterde. Für einige Samen ist auch ein Stück Watte mit Wasser ausreichend. Kresse ist ein typisches Beispiel für ein Microgreen ohne Erde.

Da du die Pflänzchen schon sehr früh erntest, kannst du sie dicht aussäen. Somit hast du einen recht hohen Bedarf an Saatgut, kannst aber auch jeden einzelnen Keimling nutzen. In der traditionellen Pflanzenzucht würdest du mindestens die Hälfte der Keimlinge entfernen, um den anderen Pflanzen Platz zum Wachsen zu geben.

Tipp: Du musst bei Microgreens nicht auf die Sortenreinheit achten. Das bedeutet also, dass du viele verschiedene Samen mischen kannst. Idealerweise sollten diese eine ähnliche Keimzeit haben.

Nach dem Aussäen solltest du die Samen leicht in die Erde drücken und mit einer Sprühflasche mit Wasser anfeuchten. Überprüfe auf der Samenpackung, ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt. Bei Dunkelkeimern ist es wichtig, die Schale luftig abzudecken. Dafür eignet sich eine zweite Schale, aber auch eine zweite, dünne Schicht Erde kommt in Frage. Lichtkeimer kannst du mit Folie abdecken. Stelle die Powerpflänzchen nun auf ein warmes, helles Fensterbrett mit guter Luftzirkulation und halte sie für sieben bis zwölf Tage feucht. Dann ist es Zeit für die Ernte der Vitaminbomben!

Die richtige Pflege von Microgreens

Damit bei der Zucht deiner eigenen Microgreens alles glattläuft, haben wir dir hier ein paar Tipps zusammengestellt. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn sich bei deinen Pflanzenbabys ein fauliger Schimmel entwickelt, der die Microgreens ungenießbar macht. Folge diesen Pflegehinweisen:

  • Lüfte das Saatgut pro Tag zwei- bis dreimal.
  • Halte die Keimlinge gleichmäßig feucht, ohne sie zu überfluten. Das geht am besten mit einer Sprühflasche.
  • Frisches Leitungswasser in Raumtemperatur eignet sich am besten zum Gießen.
  • Verzichte darauf, abgestandenes Wasser zum Gießen zu nehmen, da es keimbelastet sein kann.
  • Nach vier bis sechs Tagen wachsen die Keimlinge besonders schnell und du solltest die Abdeckung abnehmen.
  • Nach zehn bis zwölf Tagen bilden sich die ersten Blattpaare und die Pflänzchen sind etwa 15 Zentimeter hoch. Dann ist es Zeit für die Ernte: Schneide die Keimlinge kurz über der Erde ab.
  • Verarbeite die Microgreens sofort.

Solltest du einen weißen Flaum auf deinen Microgreens entdecken, ist das noch kein Grund zur Sorge. Denn viele Keimlinge haben flaumig weiße Feinwurzeln dicht über der Oberfläche. Schimmel hingegen hat eine blau-weiße Farbe und führt schnell zu einem unangenehmen Geruch. Bei zu kühlen Standorten und zu viel Wasser kann es zu Schimmel kommen. Vermeide dies, indem du eingeweichte Kokosfasern mit in die Erde gibst. So wird sie luftdurchlässiger und kann Wasser besser speichern.

Microgreens in der Küche

Nun weißt du, wie du Microgreens selbst ziehst – doch was stellst du dann mit den Vitaminbomben an? Grundsätzlich kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Die aromatischen Pflänzchen eignen sich, ähnlich wie Kräuter, sehr gut als Garnitur in Salaten, auf Suppen, auf dem Butterbrot, im Sandwich oder im Dip. Auch in Smoothies und Säften sowie als Dekoration von Cocktails werden sie gern eingesetzt.

Wichtig ist, dass du die Microgreens direkt verzehrst. Sie lassen sich weder einfrieren noch erhitzen. Dabei gehen nämlich ihre wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Auch Geschmack und Textur leiden schnell. Ernte die Vitaminbomben daher erst kurz vor dem Verzehr. Wir empfehlen dir, mit kleineren Mengen anzufangen, um dich an den intensiven Geschmack zu gewöhnen.

Zu guter Letzt haben wir ein Microgreens-Smoothie-Rezept für dich:

Zutaten:

  • eine reife Banane
  • eine Scheibe frische Ananas
  • eine Tasse Orangensaft
  • zwei bis drei Tassen Microgreens, etwa Kresse
  • ein Teelöffel Chia-Samen

Schäle die Banane und die Ananas. Dann kannst du alle Zutaten in einen Mixer geben und gründlich pürieren. Wenn du magst, kannst du zusätzlich Blattsalat, Spinat oder Grünkohl hinzumischen, um deinen gesunden Smoothie noch grüner zu machen. Guten Appetit!

PS: Mehr Rezepte gefällig? Hier findest du gesunde Rezepte für die Mittagspause.



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