Home Office - mehr Nachhaltigkeit für dich und die Umwelt

Februar 19, 2021 7 Minuten Lesezeit

Home Office - mehr Nachhaltigkeit für dich und die Umwelt

Home Office ist im letzten Jahr der neue Alltag vieler Berufstätigen geworden. Den Arbeitsplatz und Zuhause an einem Ort zu haben, birgt Vor- und Nachteile und fordert vor allem Disziplin und Selbstorganisation. Diese Veränderung ist nicht für jeden zufriedenstellend und von heute auf morgen umsetzbar. Dennoch bringt das Home Office auch viele Vorteile mit sich, wovon einige auch die Umwelt betreffen. In diesem Beitrag möchten wir aufzeigen, warum und wie das Arbeiten im Home Office nachhaltiger und umweltverträglicher sein kann als am Arbeitsplatz.

Wichtig ist, dass Home Office nicht automatisch nachhaltiger ist, es jedoch relativ einfach sein kann, wenn ein paar Faktoren erfüllt und berücksichtigt werden. Solche Faktoren sind beispielsweise die Einrichtung deines Home Office, dein Stromanbieter, dein:e Arbeitgeber:in und dein üblicher Arbeitsweg.

Alles in allem lässt sich jedoch sagen, dass die Home Office Arbeit nachhaltiger ist als die am jeweiligen Arbeitsplatz. Warum das so ist und wie du selbst deinen Beitrag dazu leisten kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

8 Gründe für mehr Nachhaltigkeit durch Home Office

Weniger CO2-Emissionen durch weniger Verkehr

Eine Vielzahl an Arbeitnehmern legt ihren täglichen Weg zur Arbeit und wieder nach Hause mit dem Auto zurück. Bei teilweise langen Fahrten kommt es zusätzlich zu Staus, Hupkonzerten und Luftverschmutzung. Der wöchentliche Benzinverbrauch bzw. die Verbrennung fossiler Energieträger ist teilweise sehr groß. Nicht ohne Grund hat der Verkehrssektor einen Anteil von 19 Prozent an allen Treibhausemissionen in Deutschland. 

Durch die Arbeit im Home Office entfallen diese ganzen Autofahrten. Würden 40 Prozent aller Arbeitsnehmenden langfristig nur zwei Tage wöchentlich im Home Office arbeiten, würden jährlich ganze 5,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart. 

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Auch zusätzliche Fahrten zu Geschäftsterminen entfallen während der Arbeit im Home Office. Da Geschäftstermine in anderen Städten häufig sogar per Flugzeug aufgesucht werden, kann eine noch deutlich größere Menge an Emissionen eingespart werden. In Form eines unkomplizierten Meetings über das Internet werden solche Termine gezwungenermaßen seit einigen Monaten durchgeführt und tragen extrem zu positiven Auswirkungen auf de CO2-Bilanz bei.

Diejenigen Arbeitnehmer, die vor dem Home Office Busse oder Züge für den Weg zum Arbeitsplatz benutzten, sind Grund dafür, dass seither insgesamt weniger Busse und Züge benötigt werden. Auch diesem Rückgang sind die abnehmenden CO2 Emissionen zu verdanken. 

Geringerer Energie- und Stromverbrauch 

An vielen Arbeitsplätzen wie beispielsweise Großraumbüros gibt es eine Vielzahl an elektrischen Geräten, die 24 Stunden am Tag laufen. Beispiele hierfür sind Getränkeautomaten, Kaffeemaschinen, Heizungen, Lichter, Kühlräume, Computer und Bildschirme. Nebenher wird regelmäßig gelüftet oder Räume werden gewechselt und Türen offen gelassen. In Zeiten des Home Office können diese elektrischen Geräte pausieren und auch Wärmeenergie eingespart werden. In Anbetracht der vielen und großflächigen Arbeitsräume und -Orte, die aktuell nicht genutzt werden, ist der eingesparte Energieverbrauch enorm groß.

Selbstverständlich benötigst du auch beim Arbeiten Zuhause Energie, insbesondere bei den aktuell kalten Temperaturen. Dennoch kannst du den Energieverbrauch bei dir Zuhause deutlich einfacher kontrollieren und mitbestimmen. Wie du effektiv Energie sparen kannst, verraten wir dir in unserem Blogbeitrag zum richtigen Heizen.

Während du auf dem Arbeitsplatz nicht darüber bestimmen kannst, welchen Strom dein:e Arbeitgeber:in bezieht, kannst du dies Zuhause selbst entscheiden. Falls du noch keinen Öko-Strom beziehst, ist jetzt die Gelegenheit, zu einem grünen Stromanbieter zu wechseln. Dieser Wechsel wird dein Zuhause zu einem umweltfreundlicherer Ort machen, was besonders wichtig ist, wenn du dein Home Office mit Nachhaltigkeit kombinieren möchtest.

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Weniger (Plastik-) Müll und Wegwerfartikel

Das Arbeiten Zuhause bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich, was Müllmengen anbetrifft. Einen großen Beitrag hierzu leistet die Tatsache, dass du kein To-Go Essen oder Getränk in der Mittagspause oder zwischendurch besorgen musst, da du den Kühlschrank und die Küche im Nebenraum hast. Allein das Einsparen von fünf großzügig in Plastik verpackten To-Go Mittagessen pro Woche trägt essentiell dazu bei, dass weniger Müllmengen entstehen, ganz zu Schweigen vom täglichen To-Go Kaffeebecher.

Bei der Arbeit im Home Office wird darüber hinaus tendenziell weniger Druckerpapier verwendet, als am Arbeitsplatz, da es ja das eigene wäre. Im Büro würde es ja nichts kosten, 30 statt eigentlich nur 5 benötigten Blättern zu kopieren. Gleiches gilt vermutlich auch für andere Müllgegenstände, die am Arbeitsplatz umsonst sind und Zuhause aber aus der eigenen Tasche finanziert werden müssten, wie beispielsweise Laminierfolien, Tackernadeln, Heftstreifen oder Notizzettel.

Die Sparsamkeit des Einzelnen im Home Office kommt der Umwelt zugute, denn es entsteht in der Tendenz weniger Müll. Die Abholzung von Wäldern und der Papierverbrauch bedingen sich gegenseitig, sodass durch das bewusste Papiersparen im Home Office ein wichtiger Beitrag zum Schutze unserer Umwelt geleistet werden kann.

 

Höhere Motivation und Arbeitsmoral

Wer kennt es nicht, dass das Arbeiten deutlich effizienter und konzentrierter gelingt, wenn er glücklich auch ausgeglichen ist. Zufriedene Mitarbeiter sind immer ein Zugewinn für Unternehmen und Arbeitsgeber, denn sie arbeiten motiviert und gewinnbringend.

Für all diejenigen, die schon vor Corona im Home Office arbeiten wollten und dies nicht durften, obwohl es theoretisch möglich gewesen wäre, ist die aktuelle Situation mit Sicherheit ein Zugewinn. So kann das Home Office für eine nachhaltig höhere Arbeitsmoral sorgen, da sich viele Menschen in ihrem gewohnten Umfeld wohler fühlen als am Arbeitsplatz. Darüber hinaus ermöglicht das Arbeiten Zuhause mehr private Erholungszeit durch das Wegfallen langer Arbeitswege.
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Platzersparnis und weniger Flächennutzung

Während sich vor Corona eine Vielzahl von Arbeitnehmern täglich sowohl in ihrer eigenen  Wohnung als auch den Arbeitsplatz aufhielten, waren zwei geheizte Gebäude nötig. Neben diesen Gebäuden werden auch ausreichend Flächen für Parkplätze und vollgeparkte Straßen gebraucht. Der persönliche Platzverbrauch jedes Einzelnen ist im Home Office deutlich niedriger als im Alltag am Arbeitsplatz. So können vom Arbeitsgeber einige Kosten eingespart werden, was auch langfristig zu weniger Flächennutzung führen könnte.

Das Arbeiten von überall aus als sogenannter "digitaler Nomade" erfreut sich immer größerer Beliebtheit und bringt nachhaltige Vorteile mit sich - sowohl platztechnisch als auch in Bezug auf die seelische Gesundheit des Arbeitnehmers.

Bewusste Ernährung und regelmäßiger Einkauf

Kekse, Gummibärchen, Kuchen und andere Snacks stehen in vielen Büros immer griffbereit. Da häufig keine bzw. nicht ausreichend Kochplatten zur Verfügung stehen, wird auf Snacks oder To-Go Speisen und Getränke zurückgegriffen. Übrig gebliebene Lebensmittel, von denen keiner weiß, wer sie mitgebracht hat und seit wann sie im Kühlschrank stehen, landen im Mülleimer. Darüber hinaus entstehen allein auf Grund der schwer einschätzbaren Mengen bei Firmen mit vielen Mitarbeitern in der Regel Essensreste, die in der Folge weggeschmissen werden. Diese Lebensmittelverschwendung kann durch das Home Office verhindert werden.

Der Vorteil am Arbeiten Zuhause ist es, dass du dich bewusst nachhaltig ernähren kannst. So bleibt es dir überlassen, saisonal, regional und pflanzlich einzukaufen und frisch zu kochen. Die Zeit, die du durch den wegfallenden Arbeitsweg sparst, kannst du für dich und deine Ernährung nutzen. Auf Grund der Tatsache, dass du jeden Tag Zuhause bist und isst, kannst du deinen Einkauf bewusster planen und das Wegwerfen von Speiseresten vermeiden. Wenn du deine Einkäufe und Gerichte konkret vorausplanen möchtest, bietet sich hierfür ein Meal Plan an, über den wir vor wenigen Wochen berichtet haben. Durch die Vorausplanung deiner Mahlzeiten sparst du nicht nur Zeit, sondern auch Geld und Stress.

Die Tatsache, dass du selbst kochen und selbst einkaufen kannst, kann ganz leicht zu einer deutlich gesünderen und ausgewogeneren Ernährung führen. Dies tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut. Zufrieden und versorgt mit allen notwendigen Nährstoffen lässt sich auch gleich besser arbeiten.

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Mehr Fokus und Konzentration auf die Arbeit 

Im normalen Arbeitsalltag kommt es nicht selten vor, dass die Zeit morgens knapp und stressig ist, in der geduscht, gefrühstückt und zum Arbeitsplatz gefahren werden muss. Nicht selten kommt dabei die ein oder andere Sache zu kurz und der Kopf ist ganz wo anders als am Arbeitsplatz. 

Durch das Wegfallen von Arbeitsweg und die gewonnene Flexibilität der Arbeitszeit kann die Konzentration auf das Wesentliche besser gelingen. Auch musst du dir während des Arbeitens keine Gedanken darüber machen, was du in der Mittagspause essen könntest oder was du am Abend für deine Familie kochen könntest. Du kannst dich gedanklich komplett auf die Arbeit fokussieren und allen anderen Dingen dann Zeit widmen, wenn du die Arbeit beendet hast.

Die Tatsache, dass ausgewogen gegessen und getrunken werden kann, kann auch die Konzentrationsfähigkeit und das Leistungsvermögen erhöhen und unterstützen.

Mehr Zeit für die Work-Life-Balance

Dass die Arbeit von Zuhause aus dazu führen kann, das einige Menschen glücklicher und zufriedener sind, haben wir bereits erwähnt. Die Flexibilität, die das Home Office mit ich bringt, kann deine Ausgeglichenheit nachhaltig beeinflussen. So kannst du bereits morgens anders in den Arbeitstag starten, da du dank des wegfallenden Arbeitswegs länger schlafen kannst und dich morgens vielleicht auch nicht ganz so lange herrichten musst.

Möglicherweise passt es sogar zeitlich, dass du mit deiner Familie oder deinem Partner zusammen frühstücken kannst, bevor alle in ihren Tag starten. Wenn noch anderen Menschen, mit denen du wohnst, Zuhause arbeiten, könnt ihr sogar am Mittag zusammen kochen und essen oder am Nachmittag einen Kaffee genießen. Dies alles sind Faktoren, die im coronafreien Arbeitsalltag in diesen Maßen nicht so leicht umsetzbar wären. Das Home Office kann also sowohl für die Umwelt, als auch für dich selbst nachhaltig sein.

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Fazit

Ohne Frage hängt die Tatsache, ob Home Office und Nachhaltigkeit sich bedingen, von einigen Faktoren ab. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einige der oben beschriebenen Gründe für mehr Umweltbewusstsein durch Home Office, zutreffen. Du selbst kannst mit entscheiden und Einfluss darauf nehmen, wie sehr wir die aktuelle Situation nutzen können, uns selbst und der Umwelt etwas Gutes zu tun.

Allerdings ist die Arbeit im Home Office nicht für jedermann das Richtige. Dir fällt das Arbeiten von Zuhause schwer und du kannst zwischen Arbeit und Feierabend schlecht trennen? Für den Fall, dass das auf dich zutrifft, haben wir abschließend noch ein paar kleine Tipps, die dir das Home Office erleichtern können:

  1. Gestalte eine für dich passende Morgenroutine, mit der du gut in den Tag startest und mit der dir der Wechsel hin ins Arbeiten gelingt.
  2. Tausche dich mit Kolleg:innen in einer virtuellen Kaffeepause darüber aus, wie es ihnen mit der Home Office Situation geht geht. Du wirst sehen, du bist nicht alleine mit deinen Gedanken und Gefühlen.
  3. Baue ein Ritual für deinen Feierabend ein, wodurch du einen "Schlussstrich" mit der Arbeit ziehst, z.B. spazieren gehen, eine kurze Meditation, Sport oder einfach nur ein Stück Feierabend-Schokolade.
  4. Plane ein gemeinsames virtuelles Mittagspause am Laptop mit Kolleg:innen, die Du lange nicht mehr gesehen hast.
  5. Lege dir ergonomische Büromöbel zu, die Verspannungen und Rückenschmerzen vorbeugen und dir das Arbeiten generell erleichtern.
  6. Mache regelmäßige Pausen und sorge dafür, dass du frische Luft in deinem Arbeitszimmer hast.
  7. Halte dir auch Zuhause regelmäßige kleine Snacks als Zwischenmahlzeiten bereit und stelle sicher, dass du über den Tag verteilt genügend Flüssigkeit zu dir nimmst.


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