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Einwegplastikverbot 2021 - was ändert sich für mich?

Februar 15, 2021 6 Minuten Lesezeit

Einwegplastikverbot 2021 - was ändert sich für mich?

Wusstest du, dass jede Stunderund 320.000 Einweg-Becher in Deutschland verbraucht werden, wobei es sich bei etwa 140.000 der Becher um To-go-Becher handelt? Einweggeschirr und To-Go Verpackungen sind mitunter Grund für den enormen Anstieg der Abfall-Bilanz weltweit in den letzten Jahren. Die Auswirkungen des Einwegplastikkonsums sind immens und umso wichtiger ist das EU-weite Verkaufsverbot von gewissen Einwegplastikartikeln, das am 03. Juli diesen Jahres in Kraft treten wird.

Welche Produkte dürfen ab Juli 2021 nicht mehr verkauft werden?

  • Einwegbesteck (Messer, Gabeln, Löffel)
  • Einwegteller
  • Strohhalme
  • Rührstäbchen
  • To-Go Becher
  • Fast-Food Verpackungen und To-Go Essensbehältnisse aus Styropor
  • Wattestäbchen
  • Luftballonstäbe aus Kunststoff

Was bedeutet das Verbot konkret?

Verboten sind also ab diesem Sommer herkömmliche Einwegprodukte, die aus fossilen Rohstoffen wie beispielsweise Rohöl hergestellt werden. Darüber hinaus werden Teller oder Becher aus sogenannten kompostierbaren bzw. biologisch abbaubaren Verpackungen verboten sein, da diese sich nicht vollständig zersetzen, sondern zu Mikroplastik verfallen. Dieses ist bekanntlich in Kosmetik, den Meeren und der Luft zu finden. Alle EU-Staaten sind dazu verpflichtet, das Verbot ab dem 03. Juli 2021 in das nationale Recht aufzunehmen und umzusetzen. Nicht eingeschränkt wird die Nutzung von Kunststoffen, da diese nicht als Gefahrenstoffe gelten. 

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Welche Alternativen gibt es?

Das Verbot der oben genannten Einwegartikel bedeutet nicht zwingend, dass du auf diese Produkte generell verzichten musst, jedoch gilt es, eine nachhaltige Alternative zu finden. Im Folgenden geben wir dir ein paar Tipps, wie du die jeweiligen Gegenstände ganz einfach und umweltfreundlich ersetzen kannst.

Einwegbesteck (Messer, Gabeln, Löffel)

In der Regel ist Einwegbesteck besonders bei größeren Feiern oder Ausflügen außer Haus beliebt. Der Vorteil ist selbstverständlich das leichte Gewicht sowie das Ersparen des Spülens. Außerdem ist es leicht, eine Vielzahl an Menschen zu versorgen. Die einfachste Lösung ist die Verwendung von wiederverwendbarem Besteck, also beispielsweise aus Edelstahl. Wenn dir das zu schwer ist oder du nicht genügende Bestecke besitzt, kannst du auch auf eine andere Mehrwegalternative zurückgreifen. Eine Möglichkeit wäre die Verwendung von Einwegbesteck aus Holz oder Bambus, welches vielerorts erhältlich ist. Eine andere Möglichkeit wäre es, wiederverwendbares Besteck aus einem Kunststoffgemisch oder Bambus zu verwenden, welches sowohl leicht, also auch einfach zu säubern ist. Auch für Kinder und/oder Ausflüge ist es bestens geeignet.

Einwegteller

Der Gebrauch von Einwegtellern ist vor allem im Sommer beim Grillen, unterwegs oder auf Geburtstagen Normalität. Um diese zu ersetzen, gibt es ähnliche Optionen wie beim Einwegbesteck. Wiederverwendbare Teller aus Bambusoder einem Kunststoffgemisch überzeugen auch hier durch ihr Gewicht und ihre leichte Säuberung. Sie sind der ideale Begleiter für unterwegs. Alternativ kannst du selbstverständlich auch deine Teller von Zuhause verwenden, je nachdem, zu welchem Anlass du gehst. Auch möglich wäre es, bei größeren Zusammenkünften alle Gäste zu bitten, ihr eigenes Geschirr mitzubringen oder Geschirr einfach auszuleihen.

Trinkhalme

Trinkhalme bzw. eher verbreitet unter dem Begriff Strohhalme, sind ein beliebtes Produkt, vor allem an Stränden, in Bars und Restaurants oder auf Partys. Die gute Nachricht ist, dass es mittlerweile unzählige tolle Alternativen zu Einwegstrohhalmen aus Plastik gibt. Eine dieser Alternativen sind Einwegstrohhalme aus Bambus, welche zwar auch nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden, aber dank des natürlichen Rohstoffs umweltfreundlicher sind. Ähnliche Einwegalternativen gibt es aus Papier, Stroh und sogar in einer essbaren Variante aus Getreide oder Apfelschalen. Besser als die Einwegvariante ist allerdings die Mehrwegvariante, die es aus Bambus, Glas und/oder Edelstahl gibt. Der Vorteil dieser Trinkhalme ist ganz klar, dass sie langlebig und einfach zu reinigen, ja sogar teilweise spülmaschinenfest, sind. Noch dazu sehen sie toll aus und machen dein Getränk zu einem nachhaltigen Hingucker!

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Rührstäbchen

Vielleicht fragst du dich, was ein Rührstäbchen überhaupt sein soll. Damit gemeint sind die kleinen, schmalen Plastikteile, die bei To-Go Getränken häufig dazu gegeben werden, um diese umzurühren. Dieses Produkt ist vermutlich verzichtbar, denn hierfür kann einfach ein Löffel oder eine plastikfreier Strohhalm verwendet werden. Oder du vermischst dein Getränk, indem du den Becher leicht bewegst.

To-Go Becher

Könntest du schätzen, wie viele To-Go Becher du in deinem Leben bereits verwendet hast? Vermutlich können das die wenigsten, denn sie sind leider einfach praktisch. Unter dem kommenden Verbot werden einige Kaffee-Liebhaber leiden, die Umwelt jedoch kann sich freuen. Gott sei dank existiert auch eine Vielzahl an Alternativen für Wegwerfbecher. Die beste Wahl ist ein wiederverwendbarer Trinkbecher, den du immer bei dir trägst, wenn du außer Haus unterwegs bist. Solche Behältnisse gibt es in allen möglichen Formen und Farben von verschiedensten Herstellern. Es gibt sie aus Bambus, aus Edelstahl, Glas, Silikon, Porzellan, und sogar aus Mais oder Reis.

Fast-Food Verpackungen und To-Go Essensbehältnisse aus Styropor

Auf dem Heimweg oder in der Mittagspause ist der Hunger oft größer als die Lust, einzukaufen und ein ganzes Gericht zuzubereiten. Daher konsumieren immer mehr Menschen Essen To-Go, welches in der Regel großzügig in Plastik verpackt ist. Da diese ab Sommer verboten sein werden, muss eine Alternative her. Eine Möglichkeit, die in vielen Städten bereits umgesetzt wird, ist der Verkauf von Gerichten in wiederverwendbaren Recups. Diese sind 100% recycelbar, BPA- und schadstofffrei. Darüber hinaus sind die spülmaschinengeeignet. Diese Mehrwegbecher und Behältnisse werden in vielen Restaurants und Cafés für nur 1€ Pfand verkauft und können entweder behalten oder zurückgegeben werden, wobei du das Pfandgeld zurückerhältst. Das System ist einfach, praktisch, günstig und nachhaltig. Wenn du es vermeiden möchtest, den 1€ zu bezahlen, kannst du auch einfach dein eigenes Behältnis dabei haben und dir dein To-Go Essen dort hineinfüllen lassen. Hierfür eignen sich Lunchboxen oder Becher aus Edelstahl, Glas oder Bambus. 

Wattestäbchen

Bei Wattestäbchen, auch bekannt als Ohrenstäbchen, handelt es sich um eines der Produkte, das am kürzesten benutzt und sofort weggeworfen wird. Und obwohl es ein so kleines Produkt ist, verursacht es große Mengen an Plastikmüll, welcher vermieden werden kann. Nachhaltige Einweg-Wattestäbchen gibt es aus Papier und Bambus. Seit nicht allzu langer Zeit existiert auch eine Mehrwegalternative für Wattestäbchen. Dabei besteht der wiederverwendbare  Stiel des Stäbchens aus Nylon und die Spitzen sind aus TPE, einem Material, das häufig in Gesundheitsprodukten verwendet wird. Das Mehrwegwattestäbchen kann in einem Etui aus PLA, einem biologisch abbaubaren Polymer auf Maisbasis, aufbewahrt und transportiert werden.

ballon

Luftballonstäbe aus Kunststoff

Luftballons sind ein Muss auf Kindergeburtstagen, Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten. Als rein dekorativer Artikel sind sie für einige Menschen unverzichtbar und gehören zu manchen Ereignissen einfach dazu. Leider verursachen auch diese Einwegartikel eine Menge Plastikmüll und dürfen ab Sommer nicht mehr verkauft werden. Wenn du dennoch nicht auf Luftballons verzichten möchtest, kannst du bei einigen Anbietern Luftballons aus fair gehandeltem Naturkautschuk kaufen. Sie sind biologisch abbaubar und lassen sich kompostieren, wobei dieser Vorgang eine ganze Weile dauert. Es handelt sich somit um eine Alternative für den Notfall, aber keine, die eine Dauerlösung darstellt.

Was bedeutet das Plastikverbot für die jeweiligen Bereiche?

Einwegplastikverbot in Hotels

Ob beim Frühstücksbuffet oder bei der Zimmerausstattung, Hotels werden das Einwegplastikverbot bemerken und sind auf hygienische und nachhaltige Alternativen angewiesen. So können keine Einwegbestecke oder -Teller mehr für Buffets oder Speisen verwendet werden, ebenso wenig Trinkhalme für Getränke an der Bar. Auch die Badezimmerutensilien, die viele Hotels zur Verfügung stellen, müssen dem neuen Verbot angepasst werden, wie beispielsweise die Wattestäbchen. Dennoch handelt es sich hierbei um Produkte, die problemlos durch eine oben genannte nachhaltige Alternative ersetzt werden können, auch wenn diese Alternative teurer sein könnte als die Plastikversion.

Einwegplastikverbot in Gastronomie und Restaurants

Die Gastronomie hingegen muss sich auf größere Veränderungen einstellen und diese vorzeitig einplanen. Neben dem Ersatz für Plastiktrinkhalme, welcher die unproblematischste Hürde darstellen wird, muss ein Ersatz für To-Go Behältnisse gefunden werden. Eine Möglichkeit wäre das Einführen der Recups. Alternativ können Kunden ihre eigenen Behältnisse mitbringen, in die Speisen eingefüllt werden. Aber auch jede andere Form der Ausleihe von wiederverwendbaren Behältnissen zum Transport wäre denkbar. Da auch auf Einwegbesteck verzichtet werden muss, gilt es den Gastronomen, auch hierfür eine nachhaltige Alternative anzubieten. Denkbar wäre Einwegbesteck auf umweltfreundlichen Materialien oder der Verkauf von Mehrwegbesteck gegen kleinen Aufpreis. Es zeigt sich, dass das Plastikverbot für den Bereich der Gastronomie, aber auch den Kunden, zu einer generellen Erhöhung der Preise führen könnte.

hotel

Einwegplastikverbot auf Veranstaltungen

Konzerte, Kino, Theater, Festivals oder Jahrmärkte, all diese Veranstaltungen leben vom Konsum der Besucher. Essen und Getränke werden in großen Mengen konsumiert und es entstehen hierbei Unmengen an Plastikmüll auf Grund der Einwegartikel wie Teller, Becher oder Besteck. Da diese ab kommendem Sommer verboten sein werden, ist ein praktischer und handlicher Ersatz unabdingbar. In diesen Bereichen könnte auf Einwegartikel aus umweltfreundlichen Materialien zurückgegriffen werden, wie beispielsweise Einwegbesteck aus Bambus und Einwegstrohhalme aus Bambus. Denn häufig spielen das Gewicht und die Handlichkeit dieser Gegenstände auf solchen Veranstaltungen eine große Rolle. Eine Essensausgabe könnte ähnlich wie bei der Gastronomie in selbst mitgebrachten oder mit Pfand verliehenen Behältnissen stattfinden. Auch Getränke könnten in eigene Becher ausgeschenkt werden.

Einwegplastikverbot im Einzelhandel

Der Einzelhandel stellt den Ort dar, an dem die nun immer mehr gefragten Alternativen erhältlich sein müssen. So gilt es, das Marktangebot umzustellen auf plastikfreie Einwegartikel, da diese in großen Mengen gefragt sein werden. Viele Einzelhandel bieten bereits Alternativprodukte für Einwegplastik, jedoch nicht alle. Umso wichtiger ist es, dass diese Produkte Einzug in alle Sortimente erhalten und selbstverständlich überall erhältlich sind. So kann auch bei kurzfristigen Besorgungen immer eine nachhaltige Alternative beschafft und direkt gebraucht werden.

Einwegplastikverbot im Privathaushalt 

Um dem Einwegplastikverbot im Privathaushalt gerecht zu werden, können die oben aufgeführten Alternativprodukte beschafft und zur Gewohnheit werden. 

Muss es immer eine Alternative geben?

Aber nicht immer muss für alles eine Alternative gefunden werden. Vielleicht gibt es auch Produkte, die dank des Einwegplastikverbots generell weniger gebraucht werden, als bisher, wie beispielsweise Einwegbesteck oder Einwegstrohhalme. Denn der nachhaltigste Weg ist langfristig der, bei dem möglichst viele der Produkte, die du kaufst, wiederverwendet werden können und nicht nach einmaligem Gebrauch - egal, aus welchem Material sie bestehen - weggeworfen werden müssen.



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