Wundermittel Bienenwachs

Mai 08, 2021 6 Minuten Lesezeit

Wundermittel Bienenwachs

Wundermittel Bienenwachs

Bienen werden zu Unrecht von vielen Menschen gefürchtet. In den letzten Jahren gibt es jedoch ein immer höheres Bewusstsein dafür, wie wichtig die Brummer für unseren Alltag sind. Denn unter anderem sichern sie unsere Ernährung, indem sie Pflanzen und Blüten aller Art befruchten. Darüber hinaus genießen wir ihren Honig und nutzen auch andere Produkte der Biene wie eben das Bienenwachs in unserem Alltag.

Hier erfährst du, was Bienenwachs alles kann. Unter anderem kommt der Stoff in Pflegeprodukten für Schuhe, in nachhaltigen Wachstüchern, in Pflegeprodukten und in Medikamenten vor. Sogar als Überzug für Gummibärchen kann Bienenwachs dienen! Wir geben dir einen Einblick in die historische Nutzung von Bienenwachs, in die Gewinnung des Produkts und in alltägliche Anwendungen. Dabei erfährst du, ob Bienenwachs nachhaltig ist, warum Bio-Bienenwachs die beste Wahl ist und wie du dank Bienenwachs künftig nachhaltiger und bienenfreundlicher lebst!

Die Bienenwachskerzen: schon seit Jahrtausenden bekannt

Beim Stichwort Bienenwachs denken viele von uns zunächst an Kerzen, und tatsächlich war Bienenwachs schon in der Frühzeit als Rohstoff begehrt, um Bienenwachskerzen in Klöstern und Kirchen herzustellen. Auch private Haushalte nutzten die Kerzen, die jedoch sehr teuer waren. Zudem wurde auch schon damals der Honig der Bienen genossen.

Seit dem Mittelalter ist die Imkerei als Gewerbe bekannt. Sogenannte Zeidler*innen beschäftigten sich damit, Bienen und ihre Produkte zu sammeln und zu verkaufen. An Burgen, Klöstern und Kirchen lieferten sie das Bienenwachs umsonst und erhielten im Gegensatz hohe Sonderrechte, etwa das Tragen einer Armbrust.

Die Einführung von Öllampen im späten Mittelalter führte jedoch dazu, dass es immer weniger Bienenwachskerzen gab. Somit wurde die Zeidlerei von anderen Berufen abgelöst. Die Zeidler*innen konzentrierten sich auf die Imkerei oder wurden Expert*innen für Öllampen.

Wie wird Bienenwachs gewonnen?

Bienenwachs stammt aus den Waben der Honigbienen. Die Arbeiterbienen produzieren das Wachs durch Drüsen an ihrem Hinterleib. Es entstehen sechseckige Wachswaben, die das zentrale Zuhause für Bienenvölker darstellen. Dabei brauchen Bienen sehr viel Energie, um Wachs zu produzieren: Pro Gramm Bienenwachs verzehrt eine Biene zwischen vier und zehn Gramm Honig sowie mindestens ein Gramm Blütenstaub. Dies macht das Wachs zu einem wertvollen und recht teuren Rohstoff.

Um Bienenwachs zu gewinnen, werden leere Bienenwaben mit heißem Wasser ausgeschmolzen. Dabei handelt es sich um einen umweltfreundlichen Prozess. Bei Bio-Produkten darfst du darauf vertrauen, dass die Produktion den Bienen nicht geschadet hat. Das Ergebnis ist ein gelbes Wachs. Die Farbe stammt von den Pollen, denn ursprünglich ist das Bienenwachs weiß, wenn es aus den Drüsen der Biene kommt. Weißes Bienenwachs aus dem Handel ist gebleicht und dient meist als pharmazeutischer Hilfsstoff oder als Trenn- und Überzugsmittel für Lebensmittel.

Die Frage, ob Bienenwachs ein nachhaltiges Produkt ist, lässt sich in den meisten Fällen mit „ja“ beantworten, denn es ist ein nachwachsendes Naturprodukt. Die Bienen verlassen ihren Bau ab einem bestimmten Alter, weshalb Imker*innen meist neue Waben oder Nistplätze anbieten. So werden die Waben zur Wachsproduktion den Bienen nicht weggenommen, sondern es handelt sich vielmehr um einen natürlichen Kreislauf.

Wo kommt Bienenwachs im Alltag vor?

In unserem Alltag kommt Bienenwachs häufig vor, auch wenn wir das gar nicht immer bemerken. Die folgenden Anwendungsbereiche sind besonders beliebt:

  1. Das natürliche Wachs dient unter anderem der Schuhpflege. Insbesondere Lederschuhe werden von einem Wachsüberzeug geschützt und erhalten zugleich eine wasserabweisende Schicht.
  2. Ebenso werden Outdoorjacken und -hosen gern mit Bienenwachs oder mit Produkten auf Bienenwachsbasis imprägniert, um sie widerstandsfähiger und wasserabweisend zu machen.
  3. Hautpflegeprodukte mit Bienenwachs eignen sich sehr gut für trockene, rissige Hände. Sie spenden Feuchtigkeit und beschleunigen den Heilprozess. Zudem bildet das Bienenwachs eine Schutzschicht.
  4. Auch zur Pflege von Holzmöbeln kommt Bienenwachs gern zum Einsatz. Dieser natürliche Überzug verleiht unseren Möbeln Glanz und schützt das Holz davor, auszutrocknen.
  5. Bienenwachskerzen sind bis heute beliebt. Sie haben einen leicht süßlichen Duft, der von den Pollen stammt, die im Wachs enthalten sind.

Um Bienenwachs zu erkennen, solltest du einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. In Lebensmitteln trägt das Wachs die Lebensmittelzusatzstoffnummer E 901. Auch der Zusatz „enthält echtes Bienenwachs“ ist üblich. Achte am besten auf ein Bio-Zertifikat, um zu garantieren, dass das Bienenwachs auf tierfreundliche Art hergestellt wurde.

Bienenwachs für einen nachhaltigen Lebensstil

Bienenwachs ist eine wichtige Zutat für einen nachhaltigen Lebensstil. Zunächst einmal unterstützt du mit dem Kauf von Bio-Bienenwachs, sei es pur oder in Form einer Lippenpflege oder einer Kerze, die Imker*innen bei ihrer Arbeit. Da Honigbienen eine bedrohte Tierart darstellen, leistest du damit einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz.

Um Bio-Wachs von industriell hergestelltem Wachs zu unterscheiden, solltest du auf die Farbe und den Geruch des Produkts achten. Bio-Bienenwachs hat einen gelbliche Farbe und einen typischen Honigduft. Industrielles Wachs hingegen hat einen zu starken, parfümartigen Duft und einen beinahe unnatürlichen Glanz.

Im Folgenden siehst du, wie du Bienenwachs im Alltag einsetzen kannst. Viele Produkte kannst du mit purem Bio-Bienenwachs selbst herstellen. Andere kannst du im Bio-Handel kaufen.

Bienenwachs in der Hautpflege

Bienenwachs ist häufig in Kosmetikprodukten zu finden, da es Feuchtigkeit spendet, Flüssigkeiten stabilisiert und ihnen eine angenehme Konsistenz verleiht. Insbesondere Fett-Wasser-Emulsionen wie Cremes, Pasten und Lotionen erhalten häufig ein wenig Bienenwachs, um die gewünschte Cremigkeit und Streichbarkeit zu erzielen.

Darüber hinaus stellt Bienenwachs eine natürliche Schutzbarriere dar. Sei es in Form von Lippenstift oder Haar-Produkt, das Wachs bildet eine schützende Schicht, verleiht Feuchtigkeit und pflegt Haut und Haare. Unter anderem kann Bienenwachs so gegen trockene Haut, Dehnungsstreifen und Fältchen helfen. Zudem gibt es deinem Haar Glanz und Spannkraft. Dank seiner natürlichen Beschaffenheit ist es auch für Allergiker*innen geeignet.

Um dich selbst von den vielen positiven Eigenschaften von Bienenwachs zu überzeugen, empfehlen wir dir diese süße Lippenpflege:

  • Zutaten: zwölf Gramm Bio-Öl, acht Gramm Bio-Bienenwachs, zwei Gramm Bio-Sheabutter, ein Teelöffel Bio-Honig sowie ätherisches Öl nach Geschmack
  • Utensilien: kleine Schüssel, Küchenwaage, kleiner Topf, Löffel, kleine Gläser
  • Zubereitung: Gib zunächst Bienenwachs, Öl und Sheabutter in ein Glas und lasse die Zutaten im Wasserbad schmelzen. Danach sollten sie kurz abkühlen. Mische dann Honig und ätherische Öle dazu. Fülle die Mischung in kleine Dosen oder Gläser und lasse sie im Kühlschrank aushärten. Fertig ist die Lippenpflege!

Übrigens: Ätherische Öle in Kombination mit Bienenwachs sind eine richtige Beauty-Geheimwaffe, denn Öle wie Jojoba-Öl oder Mandelöl haben ebenfalls wertvolle pflegende Eigenschaften. Weitere Kosmetik-Rezepte mit Bienenwachs findest du hier.

Bienenwachs als Heilmittel

Auch als Heilmittel kommt Bienenwachs gern zum Einsatz. Schon vor Jahrtausenden wurde es unter anderem als Füllung für Zähne genutzt. Medizinische Dokumente aus der Zeit vor Christus belegen, dass Bienenwachs beispielsweise zur Behandlung von Gelenkschmerzen und Wunden eingesetzt wurde. Auch Hippokrates empfahl das Produkt, um Mandelentzündungen und Halsschmerzen zu behandeln, indem Erkrankte Bienenwaben kauen.

Im alten Rom war eine Salbe aus Bienenwachs, Olivenöl und ätherischen Ölen ein beliebtes Hausmittel gegen Verbrennungen, Knochenbrüche und Wunden. Zudem verbreitete sich eine kosmetische Anwendung von Bienenwachs-Hautcremes unter den feinen Damen der römischen Gesellschaft. Viele weitere Hinweise aus dem Mittelalter zeigen, dass Bienenwachs schon lange ein Bestandteil der Naturheilkunde ist.

Zwar spielt Bienenwachs in der Schulmedizin bis heute keine Rolle, aber es ist ein wichtiger Bestandteil von Medikamenten. Da der Stoff wasserunlöslich ist, erlaubt er es Tabletten, die Magensäure zu passieren. Somit lösen sie sich erst im Darm auf und geben dort ihre Wirkstoffe frei. Es handelt sich also um eine tierfreundliche Alternative zu Gelatine und synthetische Überzüge von Medikamenten. Bienenwachs-Pastillen sind somit auch für Veganer*innen und für Allergiker*innen geeignet.

Bienenwachs in der Küche

Eine weitere Möglichkeit, wie du mit Bienenwachs einen nachhaltigeren Lebensstil umsetzt, ist die Nutzung von Bienenwachstüchern in der Küche. Diese stellen eine hervorragende Alternative zu Aluminiumfolie und Plastikfolie dar. Das Wachs bietet eine ausgezeichnete Barriere und erlaubt es dir, Lebensmittel länger frisch zu halten.

Wusstest du, dass die Bienenwachstücher wiederverwendbar sind? Sie lassen sich ganz einfach reinigen und reparieren. So bist du mit dem einmaligen Kauf langfristig ausgestattet und besitzt eine äußerst nachhaltige Möglichkeit, deine Lebensmittel zu schützen.

Darüber hinaus kann Bienenwachs als Poliermittel zum Einsatz kommen. Nutze es zum Beispiel, um deine Möbel auf Hochglanz zu bringen. Auch das Parkett freut sich über eine Politur mit hochwertigem Bienenwachs. Insbesondere alte Holzmöbel und -gegenstände bringst du mit Bienenwachs zum Glänzen und schützt sie außerdem langfristig vor Schäden.

Fazit: Bienenwachs als vielseitiger, nachhaltiger Alltagshelfer

Wie du siehst, ist Bienenwachs ein sehr vielseitiges Produkt. In Bio-Qualität ist Bienenwachs garantiert tierfreundlich und unterstützt zudem die wichtige Imkerei-Arbeit. Achte beim Kauf von Bienenwachs-Produkten daher darauf, dass es sich um ein entsprechend ausgezeichnetes Produkt handelt. Alternativ kannst du selbst pures Bienenwachs oder die Pandoo-Bienenwachstücher kaufen und das nachhaltige Wundermittel im Alltag einsetzen.

Wenn du noch mehr für den Erhalt der Bienen tun möchtest, kannst du überlegen, eine Bienenpatenschaft in einer Imkerei zu übernehmen. So sicherst du den Bestand der Honigbienen. Diese Patenschaft eignet sich übrigens auch hervorragend als Geschenk für deine Lieben!



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