Die Geschichte der Seife

September 21, 2021 4 Minuten Lesezeit

Die Geschichte der Seife

Hast du dich schon einmal gefragt, wo die handelsübliche Seife eigentlich ihren Ursprung hat? Manchmal gibt es Dinge im Alltag, die man aus reiner Gewohnheit Tag für Tag konsumiert ohne sich wirklich bewusst darüber Gedanken zu machen, ob diese gut für uns sind oder nicht, woher sie stammen und ob man selbst diese wirklich benötigt oder nicht.

Passend zum Launch unserer neuen Naturkosmetik Produktlinie Care with pandoo haben wir uns mit dem Thema Seifen selbstverständlich besonders intensiv auseinandergesetzt. Uns war es wichtig, möglichst viel über die für gewöhnlich genutzten Inhaltsstoffe zu erfahren, aber auch Informationen und Wissen zu folgenden Themen aufzubauen: Wie wird eine Seife hergestellt? Wie kann eine Seife umweltfreundlich in ihrem Gebrauch sein? Wie lautet eigentlich die Geschichte der Seife? Die Antworten auf diese und weitere Fragen liefert dieser Blogbeitrag.

Wann wurde die erste Seife hergestellt?

Hast du eigentlich eine Ahnung, wann die erste Seife eigentlich hergestellt wurde? Das erste überlieferte Seifenrezept entstand 2500 v. Chr. aus der Zeit der Sumerer - kaum zu glauben, dass dies bereits 4500 Jahre her ist. Damals wurde das Rezept auf einer Tonschiefertafel abgebildet. Diese besagte, dass zur Seifenherstellung 1 Liter Öl und das 5,5-fache an Pottasche benötigt wird.

Pottasche war die Asche einer Pflanze, die reich an kohlensaurem Kalium war. Dafür verbrannte man Dattelpalmen und Nadelbaum-Zapfen. Bei der Verbrennung wurde Kaliumcarbonat gebildet, welches zum wichtigsten Element für eine wirkungsvolle Wäsche wurde.

So entstand die erste chemische Reaktion für die Herstellung von Seife. Diese erste Seife wurde zur Reinigung von Textilien und Kleidung genutzt.

Welche Rolle hatte die Seife zu den jeweiligen Zeiten?

Seife zur Zeit der Ägypter

Nach der Zeit der Sumerer kam das Zeitalter der Ägypter. Aus den Wandbildern konnte überliefert werden, dass auch die Ägypter ihre Wäsche reinigten. Die Ägypter entdeckten 600 v. Chr. neben der Pottasche zusätzlich die Soda.

Soda kamen in Salzseen oder Bodenkrusten vor. Das Verbrennen von Meerespflanzen lieferte ebenfalls natriumchloridhaltige Asche. Diese Asche wurde mit Fetten vermischt und gekocht. Die Idee, das Gemisch zum Kochen zu bringen, entstand erstmals von den Ägyptern und verhalf ihnen, flüssige Seife herzustellen.

Diese Flüssigseife wurde jedoch nicht zur Reinigung von Kleidung genutzt sondern vielmehr als Medizin und im Bereich der Kosmetik, wie zum Beispiels zum Frisieren der Haare. Mit Hilfe der Seife wurden Hautkrankheiten geheilt, da sich Ausschläge meist auf mangelnde Hygiene zurückführen ließen. Die Seife reinigte die Wunden und half beim Heilungsprozess.

Seife zur Zeit der Römer

Auch im römischen Reich fand die Seife ihren Platz. Die Römer reinigten ihre Wäsche mit Aschenlauge. Ihre Körper reinigten sie mit Öl. Damals kamen die Römer jedoch nicht auf die Idee, diese beide Zutaten zu vermischen.

Dafür reinigten sie ihre Wäsche mit anderen Methoden. Das Mischen von Holzasche und Ammoniak, welche aus verfaultem Urin hervorging, verhalf den Römern beim Waschen ihrer Kleidungsstücke.

Im 2. Jahrhundert zeigte der römische Arzt Galenus, dass Seife als Reinigungsmittel verwendet werden kann. Auch die Nutzung der Seife als Heilmittel übernahmen die Römer von den Ägyptern. Sie hatten entdeckt, dass auch diese Mischung sauber macht.

Seife, wie wir sie heute kennen

Im 7. und 8. Jahrhundert übernahmen die Araber das Kochen von Seifen. Sie waren dabei sehr erfolgreich und geschickt. Durch die Erhöhung des ph-Werts der Soda oder Pottasche mit Calciumhydroxid entstand die erste feste Kaliseife. Die Araber erhitzten die Öle und alkalische Salze in einer Ätzlauge und ließen die Mischung so lange kochen, bis die ölige Masse fest wurde.

Wie kam die Seife nach Europa?

Die Araber stellten die erste feste Kaliseife her, die daraufhin eine hohe Beliebtheit genießen durfte. Die Europäer beschlossen, die Kernseife mit nach Europa zu verschiffen. Dort wurde sie jedoch noch nicht hergestellt.

Spanien, Italien und Frankreich waren die ersten europäischen Länder, welche die erforderlichen Rohstoffe besaßen, um selbst Seife produzieren zu können. Als Fett wurde Olivenöl benutzt und auch die Soda kam wieder zum Einsatz. Somit entstanden hier die ersten Zentren der Seifensiederzunft, in denen die Methoden zur Herstellung der Seifen verfeinert wurden.

In Frankreich wurden zum ersten Mal Duftstoffe in die Seife gegeben. Daraus resultierte die Duftseife, welche jedoch viel zu teuer für den normalen Bauern und somit nur den reichen Bürger zugestellt war. Diese verwendeten die Duftseifen jedoch nicht zur Reinigung, sondern als Kosmetikum und Heilmittel. Im 16. Jahrhundert wurden die Seifen sogar zur Rasur der Männer eingesetzt.

Mit dem Voranschreiten der Industrialisierung und dem Boom der Textilindustrie wurde die Nachfrage nach Seife im 19. Jahrhundert immer größer und größer. Es entstand eine Knappheit der Seife, da die Industrie die Nachfrage nicht decken konnte.

Später wurden erste billige Fett-Rohstoffe aus tropischen Ländern importiert, was jedoch nicht zufriedenstellend war.

Als der Chemiker Nikolas Leblanc (1742 - 1806) Soda billig, gut und umweltfreundlich herstellen konnte, kam es wieder zur ausreichenden Rohstoff Versorgung. Das war der erste wichtige Schritt in Richtung Massenproduktion. Der Weg war frei zur industriellen Massenproduktion von Seife. Die Herstellungsverfahren der Seife wurden mit der Zeit modernisiert.

Traditionelle Herstellung von Naturseifen: Back to the roots

Die Massenproduktion sowie die immer weiter entwickelte industrielle Fertigung läuteten das vorläufige Ende des traditionellen Handwerks der Seifenherstellung ein. Beinahe gerieten die traditionellen Naturseifen in Vergessenheit.

Insbesondere in der letzten, zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden flüssige Produkte zur Körperreinigung immer interessanter. Auf Basis von Wasser und künstlichen Tensiden und weiteren (synthetischen) Inhaltsstoffen wurde die Verwendung dieser Produkte immer beliebter und ersetze nach und nach die Seifen.

Da die Menschheit wieder zurück zu mehr Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Natürlichkeit zurückkehrt, wird damit die traditionelle Seifenherstellung wieder beliebt. Handgefertigte Seifen stechen mit ihren besonderen Eigenschaften und Inhaltsstoffen für den:die Bürger:innen wieder hervor. Auch aus diesen Gründen haben wir uns bei pandoo dazu entschlossen, der Naturseife wieder mehr Leben zu schenken.

Naturseifen: Care with pandoo

Unsere Naturkosmetiklinie Care with pandoo umfasst fünf verschiedene Naturseifen mit unterschiedlichen Duftrichtungen und wertvollen und natürlichen Inhaltsstoffen.

Bei der Herstellung der Seifen war es uns wichtig, besonders viel Wert auf Natürlichkeit zu legen. Die deutsche Seifenmanufaktur, mit der wir zusammen arbeiten, zeichnet sich durch eine qualitative Produktion und ausgezeichnete Transparenz aus.

Hier unsere Seifen im Überblick:



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