Wundermittel Olivenöl

August 02, 2021 5 Minuten Lesezeit

Wundermittel Olivenöl

Was ist Olivenöl?

Immer wieder heißt es, dass Olivenöl als gesund gelten soll. Olivenöl gehört zu den Pflanzenölen und wird aus dem Fruchtfleisch und dem Kern der Oliven gewonnen. Bereits seit über 8000 Jahren hat Olivenöl seinen Platz gefunden. Angefangen hat die Geschickte von Olivenöl im mediterranem Raum, wo schon damals Olivenöl als Handelsware genutzt wurde, weil es so wertvoll war.

Wie wird Olivenöl gewonnen?

Die Herstellung von Olivenöl lässt sich in ein paar wenigen Schritten leicht erklären.

Olivenernte

Im ersten Schritt werden die Früchte von den Olivenbäumen geerntet. Je nach dem, ob es ein kleiner Familienbetrieb, ein größerer Hersteller oder ein professioneller Hersteller, kann die Sammlung Ernte unterschiedlich erfolgen. Zum einen können die Früchte per Hand gepflückt werden. Zum anderen können die Früchte mit einem Netz aufgefangen werden indem die Bäume mit großen Stöcken geschlafen werden. Und zu guter Letzt, wenn eine große Menge an Olivenbäume zu Ernte bereit steht, so werden professionelle Rüttelmaschinen eingesetzt. Dabei fallen die Früchte in eine Auffangbox des Gerätes, nachdem die Äste maschinell geschüttelt wurden.

Reinigung

Als nächstes müssen aus der gesammelten Ernte jegliche Blätter, die beim Schütteln mit heruntergefallen sind, aussortiert werden. Anschließend werden die Früchte gereinigt. Der ganze Prozess nach der Ernte muss relativ schnell ablaufen. Da Oliven sehr empfindlich sind, kann sonst kein Qualitätsverlust stattfinden: die Früchte können anfangen zu gären und es können sich Druckstellen darauf bilden.

Mahlung

Nun erfolgt der eigentliche Herstellungsprozess des Olivenöls. Damit auch hier eine gute Qualität gewährleistet werden kann, dürfen die Temperaturen nicht höher als 27 Grad sein. Hier sprechen wir von „Kaltpressung“. Wie schon erwähnt können nur so wichtige Vitamine wie A und E, Mineralstoffe, Kalium, Kalzium, uvm. erhalten bleiben.

Die Oliven werden gemahlen. Dies geschieht mit Hilfe von Edelstahlmühlen oder mit Granitsteinen. Dabei werden die Oliven im Ganzen mit Fruchtfleisch und Olivenkern gemahlen.

Ölgewinnung

Das Öl selbst wird jetzt wie folgt gewonnen: entweder durch eine Kaltpressung oder durch eine Kalt-Extraktion. Wie das jeweils genau abläuft, kannst du dir in diesem Beitrag durchlesen.

Filtrierung

Sind die Oliven kalt gepresst und wurde das Olivenöl aus der Masse gewonnen, geht es nun zum nächsten Schritt über. In dem gewonnen Olivenöl befinden sich Schwebestoffe, die nun herausgefiltert werden. Diesen Prozess nennt man Dekantierung. Die Schwebestoffe werden entnommen und das Olivenöl wird feiner und weniger trüb.

Abfüllung

Zu guter Letzt wird nach der Dekantierung nochmals eine Filterung durchgeführt. Hierbei sollen die letzten Verunreinigungen entfernt werden. Das Olivenöl bekommt seinen glänzenden, reinen und klaren Farbton und kann nun in Flaschen abgefüllt werden.  

Wie erkenne ich ein gutes Olivenöl?

Beim Kauf von Olivenöl ist man oft überfragt und überfordert aufgrund der großen Auswahl an Olivenöl Marken. Es ist nicht immer einfach zu erkennen, welches Olivenöl hochwertig ist und welches eher schlechtere Qualität aufweist. Ein qualitativ gutes Olivenöl erkennst leicht an seinem Geruch. Riecht es frisch und angenehm, spricht es für gute Qualität. Riecht das Olivenöl hingegen nach Essig oder Wein, dann sprichst es eher für schlechtere Qualität.

Auch der Geschmack verrät viel über die Qualität des Olivenöls. Gutes, hochwertiges Olivenöl schmeckt ausgewogen, fruchtig, bitter aber auch leicht scharf. Worauf du bei deinem Kauf von Olivenöl achten kannst, ist nach der Bezeichnung "natives Olivenöl" Aussicht zu halten.

Vielleicht hast du den Begriff „natives“ Olivenöl schon mal gelesen und dich gefragt, was das Wort „nativ“ überhaupt zu bedeuten hat. Presst man Samen, Kerne und Früchte einer Pflanze ohne Wärmezufuhr aus, so nennt man dieses gewonnene Öl „nativ“ oder auch „kaltgepresst“.

Was für diese Form von Ölgewinnung spricht, ist ihre hohe Qualität die dabei entsteht. Diese Gewinnung ist nämlich so schonend, dass die Geschmacksstoffe und Vitamine erhalten bleiben. Auch die mehrfach ungesättigten Fettsäuren bleiben bei diesem Prozess erhalten, sodass es für die Gesundheit sogar fördernd sein kann.

Bei der Kaltpressung ist es wichtig, dass bei dem Prozess die Temperaturen 27 Grad nicht überschreiten. Kurz gesagt: Je kälter die Kaltpressung erfolgt, desto mehr wichtige Nährstoffe und Aromen können im Öl erhalten bleiben. Es passiert jedoch auch oft, dass bei den Temperaturen gemogelt wird. Es kann mehr Olivenöl aus der Olive gewonnen werden, je höher die Temperaturen sind. Dabei steigt zwar der Ertrag von Olivenöl, jedoch sinkt die Qualität deutlich.

Was kann Olivenöl alles?

Olivenöl lässt sich nicht nur in der Küche wiederfinden, sondern findet auch Verwendung in anderen Bereichen wie beispielsweise der Kosmetik.

Olivenöl in der Küche

Olivenöl kann wunderbar für das Verfeinern von Salaten oder Antipasti eingesetzt werden. Das verleiht der Speise nicht nur einen leckereren Geschmack, sondern hat auch positive Effekte auf die Gesundheit. Da man hier das Olivenöl nicht erhitzt, bleiben die meisten Nährstoffe im Öl erhalten. Außerdem ist Olivenöl reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, was nachweislich eine positive Wirkung auf den Zellaufbau und das Blut hat.

Auch zum Braten kann Olivenöl verwendet werden. Wie bei jedem anderen Öl ist es nur wichtig darauf zu achten, dass das Öl in der Pfanne nicht anbrennt. Sobald das Olivenöl anbrennt, gehen die wichtigen Vitamine und Mineralien verloren. Es wird deshalb empfohlen, Olivenöl nicht alleine in der Pfanne erhitzen zu lassen.

Olivenöl in der Kosmetik

Olivenöl eignet sich wunderbar im Bereich der Kosmetik. Die Haut nimmt das Olivenöl besonders gut, weswegen es eine sehr positive Wirkung auf die Hautpflege hat. Vor allem unterstützt Olivenöl die Zellfunktion, welche der Haut Feuchtigkeit spendet und sogar wirksam gegen Falten ist. Außerdem beugt es eine Hautalterung vor und schützt tatsächlich auch vor UV-Strahlungen. Es ersetzt zwar keinen Sonnenschutz, ist jedoch hilfreich.

Man kann Olivenöl pur als Öl verwenden, es kann aber auch in Körper- und Gesichtscremes gut verarbeitet und eingesetzt werden. Auch in Form von Seifen oder Handcremes mit Olivenöl werden Hände natürlich mit Feuchtigkeit versorgt, was rissigen und trockenen Händen entgegenwirkt.

Welche Wirkstoffe machen Olivenöl zum Wundermittel?

Olivenöle gelten als wahre Gesundmacher und sind natürliche Wundermittel, aber warum ist das so? Im Vergleich zu anderen Pflanzenölen zeichnet sich Olivenöl dadurch aus, dass es viele Ölsäuren enthält. Olivenöl besteht zu etwa 85% aus ungesättigten und zu 15% aus gesättigten Fettsäuren. Vor allem die ungesättigten Fettsäuren machen das Olivenöl zum wahren Vitamin-Booster.

Wie bereits gelesen, gilt nicht jedes Olivenöl direkt als gesund. Es müssen bestimmte Qualitätskriterien erfüllt werden, nur dann ist es wirklich gesund. Bei Olivenöl mit hoher Qualität können wir davon sprechen, dass der Anteil an Polyphenolen, Antioxidantien hoch ist. Man spricht sogar davon, dass es mindestens 30 verschiedene Polyphenole enthält. Dieser Wirkstoff macht Olivenöl so besonders und wirksam. Hochwertige Olivenöle haben somit gesundheitlich einen positiven Einfluss.

Polyphenole sind ein natürlicher Bestandteil in Pflanzen und sind natürliche Farb- und Geschmacksstoffe. Somit sorgen sie für den Geschmack und die Farbe eines Gemüses. Sie wirken außerdem antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend, was insgesamt einen positiven Effekt auf das Immunsystem aufweist. Zusätzlich sorgen sie dafür, dass unsere Zellen im Körper von freien Radialen geschützt werden.

Welche weiteren gesundheitlichen Auswirkungen Polyphenole auf unsere Gesundheit nehmen und in welchen Lebensmittel du sonst noch Polyphenole finden kannst, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

DIY Haarkur mit Olivenöl

Oft kann man mit Lebensmitteln und Haushaltprodukten, die sich meist Zuhause befinden, hilfreiche und nützliche Pflegeprodukte selbst machen. Wie schon oben erwähnt, eignet sich Olivenöl auch sehr gut in der Kosmetik. Hier haben wir für euch ein einfaches Rezept für eine pflegende Haarkur:

Du brauchst:

  • 1 reife Avocado
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 reife Banane

Und so geht's:

  1. Schneide Avocado und Banane in kleine Stücke und zerdrücke sie mit einer Gabel.
  2. Rühre anschließend Olivenöl unter die Masse.
  3. Schon ist deine DIY-Haarmaske fertig! Verteile die Masse nun gut in den Haaren und Haarspitzen.
  4. Ziehe dir ein Handtuch auf den Kopf und lasse die Maske gute 30 Minuten einwirken.
  5. Nun mit warmem Wasser gründlich auswaschen.

Weitere Wundermittel

Auf unserem pandoo Blog findest du noch weitere Informationen über andere hilfreiche Wundermittelchen. Dazu gehört die Sheabutter, Natron, Bienenwachs und Kokoöl-



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