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Juni 16, 2020 4 min lesen.

Plastik – Segen und Fluch zugleich. Noch ist ein Leben ohne Plastik nicht möglich. Du findest es in der Kleidung, in Spielzeugen, medizinischen Geräten, in der Kosmetik und in Verpackungen. Das größte Problem ist, dass zu viel produziert wird bei geringer Nutzungsdauer. Der Umgang mit Plastik ist noch zu sorglos. Was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du hier. Mit Daten und Fakten untermauern wir, warum sich der Einsatz lohnt. Du findest Lösungsansätze, was genau du gegen zu viel Plastik tun kannst. 
 

Fakten zu Plastik 

Der Begriff Plastik steht für alles Unnatürliche. Doch was ist Plastik genau, von dem weltweit mehr als 400 Millionen Tonnen jährlich produziert werden? Kunststoffe entstehen durch chemische Reaktionen (Polymerisation) aus nicht organischen Rohstoffen, wie Erdöl oder Erdgas. Nachfolgend aufgeführte Kunststoffe kennst du bestimmt: 
 
  • Zelluloid 
  • Kunstseide 
  • Viskose 
  • Bakelit 
  • Cellophan 
  • PVC (Polyvinylchlorid) 
  • Polyethylen 
  • Polypropylen 
  • Polystyrol 
 
Die weltweit am häufigsten verwendeten Kunststoffe sind PVC, Polyethylen und Polypropylen. Positive Eigenschaften erhalten sie durch Additive (Weichmacher, Farbstoffe, Flammschutzmittel). Der Nachteil von Additiven ist, dass sie umwelt- und gesundheitsschädlich sind. Sie werden beispielsweise beim Recycling freigesetzt. Allerdings ist die Recycling-Quote noch extrem niedrig. Von über fünf Millionen Tonnen Plastikmüll in Deutschland werden gerade einmal knapp über 15 Prozent recycelt. 
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Das zunehmende Problem mit Plastikmüll ist bekannt. Er landet in der Umwelt und bedroht die Gesundheit entlang seines Lebenszyklus. Die zur Herstellung verwendeten giftigen Chemikalien und Plastikpartikel verunreinigen das Trinkwasser, den Boden und die Atemluft. Kunststoffe zerfallen nicht, wie natürliche Materialien das tun. Daher bauen sie sich auch nicht biologisch ab, sondern zersetzen sich in Mikropartikel. Im Meer und an Land nehmen Tiere die Plastikpartikel mit der Nahrung auf. Dadurch verenden jährlich über eine Million Tiere kläglich. Doch die winzigen Plastikpartikel schaden nicht nur den Tieren. Sie gelangen durch den Verzehr der toten Tiere auch in die menschliche Nahrungskette. 
 
Plastik stellt damit ein enormes Risiko für unser Immunsystem und lebensnotwendige Organe wie Leber und Nieren dar. Dennoch boomt die Plastikproduktion. Würde niemand etwas dagegen unternehmen, erzeugten Kunststoffe bis 2050 etwa 56 Gigatonnen CO2-Emissionen – unvorstellbar. Allerdings scheint das momentan noch nicht allzu sehr zu belasten. Schließlich exportieren die Industriestaaten ihr Plastikproblem nach Asien. China hatte im Jahr 2018 die Notbremse gezogen. Seither setzt sich hauptsächlich Malaysia mit anfallendem Plastikmüll auseinander. Das ist jedoch keine Lösung des Plastikproblems weltweit. Ein Umdenken und eine Verhaltensänderung sind unerlässlich. 
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Verteufelung von Kunststoff: Plastik ist nicht gleich Plastik 

Natürlich ist es zu simpel, Plastik als alleinigen Übeltäter der Umweltverschmutzung zu verteufeln. Das ist ebenso falsch, wie erst gar nicht darüber nachzudenken. Plastikmüll nimmt überhand, ist in aller Munde und das Gegenteil von nachhaltigem Denken und Handeln. Das größte Problem im Umgang mit Plastik ist, dass es zu schnell auf dem Müll landet. Plastik hat nicht nur Nachteile. Die Kunststoff-Produktion ist mit wenig Energie möglich. Zudem sind Kunststoffe vielseitig, widerstandsfähig und langlebig. Noch gibt es keine umweltfreundliche Alternative für jedes Plastikprodukt. Wir nutzen Plastik überall und täglich: PET in Getränkeflaschen, Polystyrol in Verpackungen, PVC in Bodenbelägen. Auch in der Industrie ist Kunststoff unverzichtbar. Er ist in Zügen, Schiffen, Flugzeugen und Autos verbaut. 
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Plastikmüll vermeiden: Produkte länger nutzen 

Ganz ohne Plastik kommst du noch nicht aus. Allerdings liegt die durchschnittliche Lebensdauer unter einem Monat. Als Folge davon wachsen die Plastik-Müllberge stetig an: auf Deponien, in den Weltmeeren und im Boden. Ein erster Schritt zur Müllvermeidung ist der Griff zu Mehrweg-Verpackungen. Auf Dauer hilft jedoch nur Umdenken. Ersetze Plastik wo möglich und nutze es vor allem länger. Ansonsten steht der Welt bereits im Jahr 2025 ein ernsthaftes Problem ins Haus. Die bestehenden Recycling-Systeme kämpfen dann bei jährlich über 600 Millionen Tonnen Plastik gegen Windmühlen. Weniger Plastikmüll schafft ein bewusster Umgang mit Kunststoffen. Ansätze sind: 
 
  • auf Einweggeschirr verzichten 
  • Lebensmittel mit Schutzhülle (Kartoffeln, Bananen) ohne Verpackung kaufen 
  • zum Einkauf eigene Lebensmittelbehälter mitnehmen 
  • PET-Flaschen mehrfach befüllen oder eine Trinkflasche nutzen 
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Plastik: Welche Alternativen hast du? 

Es muss nicht immer Plastik sein. Du findest durchaus Alternativen. Dabei ist eine Alternative nicht immer die beste Lösung. So lassen sich beispielsweise PET-Flaschen durch Glas ersetzen. Allerdings benötigt Glas bei der Herstellung deutlich mehr Energie als Plastik. Die optimalere Lösung ist in diesem Fall, Plastik mehrfach zu befüllen und nicht sofort wegzuwerfen. Papiertüten erscheinen als ideale Alternative zu Plastiktüten. Papier hat allerdings ein Manko: Es ist nicht wasserfest. Damit Papiertüten nicht durchweichen und alles herausfällt, verwendet die Industrie Stabilisatoren. Dadurch wird zwar die Papiertüte widerstandsfähig, allerdings auch nicht mehr kompostierbar. Dennoch gibt es zahlreiche Alternativen zu Kunststoff: 
 
  • Bambus für Einrichtungen und Alltagsgegenstände: Das robuste, schnell nachwachsende Gras eignet sich für Bodenbeläge, Möbel und alltägliche Gegenstände. Es ist biologisch abbaubar und schützt das Ökosystem des Regenwalds durch seine hohe CO2-Speicherkapazität. Der Nachteil von Bambus sind die noch langen Transportwege von Asien nach Europa. 
  • heimisches Holz für unsere Einrichtung: Besonders nachhaltig wird der Plastik-Ersatz, wenn du deine Einrichtung selbst herstellst und upcycelst. Aus alten Paletten oder Obstkisten kreierst du individuelle Möbel und Dekorationen. 
  • Kork für Bodenbeläge: Kork ist eine perfekte Alternative zu Vinylböden. Die nachwachsende Baumrinde ist komfortabel, wasserabweisend und pflegeleicht. 
  • Kleidung aus Bio-Fasern: Auch in der Kleidung gibt es neue Ansätze, Kunststoff-Fasern durch biobasierte Fasern zu ersetzen. Sie werden aus Hanf, Flachs, Bambus, Nessel oder Krebsschalen hergestellt. Hier findest du Socken aus Bambusfaser und .
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Unser Fazit 

Die Daten und Fakten offenbaren dir, dass ein Ersatz von Plastik derzeit nicht immer ökologisch sinnvoll ist. Das aktuelle Plastikproblem muss durch die gemeinsame Anstrengung von Industrie und jedem Einzelnen angegangen werden. Die Plastik-Produktion hat nachhaltiger und klimaneutral zu erfolgen, und zwar ganzheitlich. Das betrifft die Rohstoff-Auswahl ebenso wie die Produktion und den Transport. Hier ist die Industrie gefordert. Gleichzeitig muss der Plastikmüll deutlich reduziert werden – das geht alle an. Mit einer kurzfristigen Änderung bewirkst du wenig. Eine Verhaltensänderung ist notwendig. Der Weg führt weg von der Wegwerfmentalität hin zu nachhaltigem Verhalten. Plastik müssen wir bewusst einsetzen – zum Schutze der Umwelt, Tierwelt und uns selbst. 
Willst du mehr spannendes rund um das Thema Nachhaltigkeit lesen? dann schau auf dem pandoo Blog vorbei!

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