Nutzen statt besitzen

November 25, 2020 3 Minuten Lesezeit

Nutzen statt besitzen

Ein respektvoller und bewusster Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten ist unverzichtbar, wenn wir diesen noch einige Jahrhunderte erhalten wollen. Es gibt kaum noch Menschen, die kein Handy besitzen, einige sogar mehrere davon. In fast jedem Haushalt ist mindestens ein Fernseher aufzufinden, ganz zu schweigen von Laptops, Computern und Tablets, die ebenfalls ein Großteil der Menschen besitzen. Die Liste kann unendlich weitergeführt werden, beginnend beim Auto über das Fahrrad bis hin zum Hochzeitskleid.

Der Wandel von Besitz

Besitz wird schon seit Ewigkeiten mit Wohlstand in Verbindung gebracht. Wer ein dickes Haus und zwei teure Autos fährt, das neuste Handy hat und die schicksten Klamotten trägt, gilt als wohlhabend. Nicht wenige Menschen definieren sich über solche Statussymbole und erachten das nach Außen Tragen von Besitztümern als entscheidend für die Wertung ihrer Persönlichkeit.

Im Wandel der Gesellschaft werden jedoch immer mehr Gegenstände digital, so beispielsweise Bücher, Filme oder sogar Geld. Die Zahl der Menschen, die noch DVDs oder echte Bücher kaufen, hat deutlich abgenommen. Vielmehr wird online gekauft und über ein Tablet oder Kindle konsumiert. Auch die zunehmende Mobilität führt dazu, dass weniger Menschen eigene Autos oder Wohnungen besitzen. Stattdessen werden Wohnungen oder Autos zeitenweise gemietet oder geliehen.

Minimalismus

Auch unter der Bezeichnung "Generation genügsam" bekannt sind diejenigen Menschen, die Besitz als Belastung empfinden. Minimalismus versteht sich als eine Art Gegenbewegung zu Konsumwahn und Materialismus. Weniger Besitz bedeutet gleichermaßen weniger Dinge, um die man sich kümmern muss. Es hat sogar Vorteile: man hat mehr Zeit, Platz und Geld. Und letztendlich sind dies die Dinge, die glücklich machen.

Bicycle rent

Minimalismus bedeutet nicht, dass du dich von deinen liebsten Dingen trennen musst. Damit gemeint ist lediglich, dass du das, was du hast bewusst im Blick behältst und Dinge, die du nicht brauchst, aussortierst. Es kann auch bedeuten, nicht alle Dinge, die es im Alltag braucht zu kaufen und zu besitzen, sondern zu leihen oder mit anderen Menschen zu teilen.

Teilen und leihen kann Ressourcen sparen

Nicht nur Autos kann man teilen: Auch Bücher, Werkzeuge und Kleider werden häufig gemeinsam genutzt oder getauscht. Eine Studie zeigt, dass diese Wirtschaftsmodelle unseren Ressourcenverbrauch senken können.
Nicht nur in Deutschland hat die Tendenz zum Wiederverwenden von unterschiedlichsten Dingen zugenommen, auch weltweit ist ein Trend erkennbar. Verschiedene Praktiken wie Wohnungstausch, Kleidertausch, Autogemeinschaften, Gemeinschaftsgärten oder Werkzeugtausch werden allgemein unter dem Begriff des gemeinschaftlichen Konsums zusammengefasst.

Das gemeinschaftliche Konsumieren in einer Gesellschaft bringt den Vorteil mit sich, dass der Ressourcenverbrauch jedes Einzelnen gesenkt wird, die Lebensqualität aber im gleichen Zuge erhalten bleibt, wenn nicht sogar steigt. Auf Grund des weltweiten wirtschaftlichen Wachstums und technischen Fortschritts werden immer mehr Waren konsumiert und Rohstoffe verbraucht. Dieser Verbrauch beansprucht die Ökosysteme und hat die zunehmende Verschmutzung von Böden, Wasser und Lust zur Folge. Diese Tatsache macht deutlich, dass es unabdingbar ist, dass sich etwas an der heutigen Konsumkultur verändert.

Ein möglicher Weg hierzu ist die Verbreitung des Gedanken "Nutzen statt besitzen". Damit sich ein solches Denken durchsetzen kann, muss jedoch ein kultureller Sinneswandel stattfinden und Wiederverwendungsmöglichkeiten müssen alle Menschen erreichen.

Sharing

Sharing economy

Was ist eine Sharing Economy?

Der Trend, Dinge zu teilen, wird zum neuen Statussymbol. Er zeigt, dass es gar nicht notwendig ist, unzählige Dinge zu besitzen, die man eigentlich selten braucht. Viel sinnvoller ist es, sich Fahrräder, Autos, Kleidung oder Bücher bei Bedarf zu leihen, denn das spart nicht nur Geld, sondern es schont auch die Umwelt. Diese neue Wirtschaft des Teilens zielt nicht darauf ab, Besitztümer zu haben, sondern Zugang zu Dingen zu haben, wenn man diese braucht. In diesem Sinne könne Ressourcen und Gegenstände gemeinschaftlich genutzt werden.

Laut einer Umfrage haben im Jahr 2017 bereits 39% des Deutschen Shared-Economy-Angebote in Anspruch genommen, wobei das vor allem auf junge Menschen zwischen 18 und 39 Jahren zutrifft. In der Regel sind die Angebote zum Teilen per Internet oder App verfügbar und bieten vor allem ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu herkömmlichen Gütern und Dienstleistungen.

Wie funktioniert eine gute Sharing Economy?

Das Ziel einer Sharing Economy ist zum einen das Schonen des eigenen Geldbeutels, zum anderen aber auch das Schonen der Umwelt. Im Zuge des Teilens und Austauschs besteht die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen, die sich im Alltag unterstützen und gemeinsam etwas erreichen können. Natürlich ist das Teilen nur eine der vielen Möglichkeiten, bewusster und sozialer zu konsumieren undsich gegen eine Verschwendung und Wegwerfmentalität einzusetzen.
Je kleiner der Rahmen, desto leichter ist eine Sharing Economy umsetzbar. Auf einem Raum werden Güter und Dienstleistungen gemeinsam genutzt, verliehen oder vermietet. Dies sind nur ein paar der vielen Beispiele für eine Sharing Economy.



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