Gendern: Warum und wie wir es bei pandoo handhaben

August 12, 2021 3 Minuten Lesezeit

Gendern: Warum und wie wir es bei pandoo handhaben

Die Entwicklung des Genderns

Das Thema Gendern hat in den letzten Jahren extrem an Bedeutung gewonnen. Dabei ist es Jahrzehnte lang normal gewesen, dass beim Sprechen über Gruppen, die aus Frauen und Männern bestehen oder bei denen das Geschlecht unbekannt ist, im Deutschen meist die männliche Variante, das sogenannte generische Maskulinum, verwendet wird. Damit gemeint ist eine Bezeichnung, die für alle stehen soll.

Es existieren keine empirischen Belege darüber, ob die männliche Pluralform in der deutschen Sprache immer schon die Doppelfunktion hatte, für Männer und Frauen zu stehen. Da vor allem Männer wichtige Rollen innehatten, stellte sich dieses Problem aber oft auch gar nicht. Es war normal und unproblematisch, einfach nur die männliche Form zu verwenden, da häufig sowieso kaum Frauen damit gemeint waren.

Es zeigt sich jedoch, dass obwohl das generische Maskulinum grammatikalisch per Definition alle ansprechen soll, sich viele Menschen bei solchen Sätzen vor allem Männer vorstellen.

Wieso ist Gendern aktuell ein Thema?

Feminismus und das dritte Geschlecht

Im Zuge des Feminismus' und des Strebens nach Gleichberechtigung hat die Gender-Thematik weiter an Bedeutung gewonnen. Neben dem Wunsch, Frauen gleiche berufliche Positionen und Werdegänge zu ermöglichen, wie Männern, steht auch eine geschlechtergerechte Bezeichnung im Fokus der Feminismus-Bewegung.

Seit 2018 bildet der Geschlechtseintrag divers (von lateinisch diversus „ungleichartig, verschieden“) in Deutschland eine dritte rechtliche Option neben „weiblich“ und „männlich“. Diese Bezeichnung kann sich auf Intergeschlechtlichkeit oder allgemeiner auf eine nichtbinäre Geschlechtsidentität beziehen.

Kritik am "Gender-Wahnsinn"

Einige Menschen stehen der Gender-Thematik skeptisch gegenüber und merken an, dass seit Jahrzehnten das generische Maskulinum verwendet wurde und auch in dieser Form akzeptiert und angenommen wurde. Darüber hinaus würde der bisher gängige Schreib- und Redefluss durch neuartige Zeichen und Bezeichnungen gestört. Nicht zu guter Letzt wird kritisiert, dass es deutlich schwerwiegendere Probleme gibt, als das der Sprache. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: In manchen Ländern auf grausame Art und Weise unterdrückt, wogegen wenig unternommen und worüber deutlich weniger diskutiert wird. Wenn Sprache allein bereits so eine Diskussion auslösen kann, wie sie es aktuell in der Gender-Thematik tut, stellt sich doch die Frage, wie dann erst weitaus größere Probleme gelöst werden sollen.

Was das Gendern so schwierig macht

Während für den Großteil aller Bezeichnungen sprachliche Normen für eine gewisse Einheitlichkeit sorgen sollen, fehlt diese in Bezug auf das Gendern komplett. So existiert eine Vielzahl an Schreibweisen, die alle drei Geschlechter ansprechen sollen.

Feminisierung

Bei dieser Variante werden entweder beide Geschlechter genannt (Lehrerinnen und Lehrer) oder die weibliche Form wird in Form von Abkürzungen angehängt (Lehrer/-innen, LehrerInnen).

Neutralisierung

Hier werden männliche Formen durch geschlechtsneutrale Bezeichnungen (Lehrkraft) oder eine Substantivierung (Lehrende) ersetzt. Jedoch existieren nicht für alle männlichen Formen neutrale Pendants, weswegen manchmal Umschreibungen genutzt werden müssen (Politiker wird zu Mensch in der Politik).

Gender-Zeichen

Diese Variante kennzeichnet sich dadurch, dass zwischen männlicher Form und weiblicher Endung ein Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt ergänzt werden (Lehrer*innen, Lehrer_innen, Lehrer:innen). Diese Zeichen sollen als Platzhalter für alle, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen, dienen.

Positive Effekte des Genderns

Studien zufolge kann Gendern dazu führen, dass sich Frauen gedanklich mehr einbezogen fühlen, da nicht nur Bilder von Männern, sondern auch solche von Frauen im Kopf entstehen. So könnte das Gendern dabei helfen, Geschlechterstereotype zu reduzieren.

Insbesondere im beruflichen Kontext kann eine bewusste Sprache konkrete Effekte mit sich bringen. Eine Studie zeigte, dass sich mehr Frauen auf bei Stellenanzeigen melden würden, die nicht im generischen Maskulinum verfasst sind und weniger männliche Attribute enthalten.

Auch kann die Sprache Einfluss darauf nehmen, welchen Job sich Menschen zutrauen. Ein Experiment mit Kindern im Grundschulalter zeigte, dass sich Mädchen bei einer Berufsvorstellung in geschlechtergerechten Sprache (z.B. Polizist und Polizistin) viel eher stereotype Männerberufe zutrauen würden. Gleiches gilt umgekehrt für Jungen bei stereotypen Frauenberufen.

Es kann also durchaus positive Auswirkungen haben, wenn in der Sprache nicht das Geschlecht betont wird, sondern diese bewusst neutral gehalten wird. Ein gutes Beispiel hierfür sind Länder, denen in der Sprache nicht automatisch jedem Wort ein Geschlecht zugeordnet wird. Studien zufolge sind Frauen dort häufiger erwerbstätig, mehr unternehmerisch tätig und generell mehr politisch beteiligt.

Zeit des Wandels: Inklusion und Diversität

Unsere Gesellschaft ist stets im Wandel hin zu Neuerungen und Verbesserungen. Auch in Bezug auf Themen wie Inklusion und Diversität, welche in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen haben, können wir mit kleinen Veränderungen unserer Sprache alle Menschen so wie sie sind willkommen heißen.

Wie wir bei pandoo gendern

Wir bei pandoo verfolgen große Ziele im Bereich Nachhaltigkeit, die unseres Erachtens alle Menschen, egal welchem Geschlecht sie sich zugeordnet fühlen, mit einschließen. Aus diesem Grund möchten wir, dass sich alle Menschen wertgeschätzt und angesprochen fühlen, egal, welchem Geschlecht sie sich zuordnen. In unserer Schreibweise haben wir uns daher für ein Gender-Zeichen, den Doppelpunkt, entschieden (Alltagsheld:innen). Dieser soll ein entweder oder ausschließen und zeigen, dass wir alle miteinschließen und jeden persönlich ansprechen möchten.



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