Die Geschichte des Deos

November 22, 2021 6 Minuten Lesezeit

Die Geschichte des Deos

Die Notwendigkeit, sich regelmäßig zu waschen, besteht bereits seit der Existenz der Menschheit. Dies hat zum einen gesundheitliche Gründe, aber auch die Gemeinschaft profitiert von einer allgemeinen sorgfältigen Hygiene jedes Einzelnen.

In der heutigen Zeit sind hierfür Deodorants nicht mehr wegzudenken, da diese quasi zu den Basic-Produkten einer gänzlichen Körperpflege dazugehören. Jedoch gab es auch eine Zeit vor der Entwicklung des Deos und einen langen Weg, bis dieses sich etablieren konnte.

Diese Entwicklung, die Funktion von Deo generell, Deo-Arten und zusätzliche Tipps fasst dieser Blogbeitrag überschaubar zusammen. Darüber hinaus zeigen wir dir ein einfaches DIY, mit dem du Deo ganz einfach selbst herstellen kannst.

Die Erfindung des Deos

Im Jahr 1888 kam das erste Deo überhaupt auf den Markt. Es trug den Namen "Mum", welches vom englischen Wort für "still" abgeleitet wurde. Es handelte sich dabei um eine Deocreme aus Zinkoxid, welche unter die Achseln gestrichen wurde. So sollte "Mum" gegen schlechte Gerüche, die von Bakterien im Schweiß ausgingen, helfen. Enwickelt wurde "Mum" von einem US-amerikanischen Arzt aus Philadelphia.

15 Jahre später, 1903, wurde "Everdry" der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei handelte es sich um ein Deo, welches nicht die Bakterien bekämpfte, sondern die Schweißproduktion eindämmen sollte. "Everdry" war ein Antitranspirant.

Ein drittes Deo kam etwa 1912 auf den Markt und trug den Namen "Odorono". Dieses Deo konnte die Schweißproduktion für bis zu drei Tage stoppen, band seine Hauptzutat Aluminiumchlorid jedoch mittels einer Säure. Die Folgen waren durchfressene Kleidung und gereizte Haut sowie eine rote Färbung, auf Grund derer "Odorono" zusätzlich Flecken verursachte.

Das Deo "Mum" setzte sich jedoch am besten durch. Nachdem die Marke im Jahr 1932 von der Firma Bristol Myers übernommen wurde, revolutionierte diese 1950er Jahren den Markt und brachte als weltweit erster Hersteller einen Deoroller auf den Markt.

Joachim Jencquel, der Geschäftsführer von Olivin, brauchte im Jahr 1952 dann den ersten Deo-Stift der Marke BAC auf den Markt, welcher ganze 10 Gramm wog und in einer Tablettenhülse verpackt war. Die Verpackung wurde jedoch zeitnah von einer Kunststoffverpackung ersetzt und bereits im Jahr 1960 folgten die ersten Deo-Sprays der Marke BAC.

Die Deo-Sprays galten als hygienischer und erfreuten sich daher in den folgenden Jahren einer stetig wachsenden Beliebtheit, bis sie den Deo-Roller nahezu verdrängten. Ein Umdenken fand erst wieder statt, als das Ozonloche entdeckt wurde und den Spraydosen auf Grund ihrer enthaltenen Treibhausgase skeptisch gegenübergetreten wurde. Heutzutage erfolgt die Herstellung von Deo- Sprays ohne Treibgase.

Wissenswertes zum Thema Schwitzen

Generell ist Schwitzen ein gesellschaftliches Tabu-Thema, obwohl es sich dabei um einen natürlichen und vor allem notwendigen Vorgang des Körpers handelt.

Die Menschen zeigten früher wenig Interesse an Deos, da über Schwitzen nicht gesprochen wurde. Es war normal, dass Menschen, die zu viel schwitzten, sich einfach Stoffstücke unter die Achseln klemmten. Erst durch Werbung wurde vor allem Frauen suggeriert, dass Schweißgeruch ein Problem sei.

Unter der Haut verteilen sich Millionen winziger Schweißdrüsen, welche wir normalerweise nicht bemerken. Erst bei Hitze, Muskelarbeit oder Angst und Stress werden die Drüsen aktiv und bewässern die Haut. Je nach Art geben die Drüsen unterschiedliche Sekrete ab.

Wie viel ein Mensch schwitzt, ist vor allem genetisch bedingt und unabhängig vom Geschlecht. Was das Schwitzen jedoch beeinflusst, ist das Körpergewicht. Vielen ist Schweiß unangenehm, jedoch erfüllt er aber wichtige Körperfunktionen:

Kühlung: Damit Organe funktionieren, benötigt der Körper eine konstante Temperatur von rund 37 Grad. Bei Überhitzung unseres Organismus von innen beim Sport oder von außen durch Sonne, sorgt der Schweiß dafür, den Körper wieder abzukühlen.

Reinigung:Neben dem wichtigsten Ausscheidungsorgan des Körpers, der Leber, helfen auch die Schweißdrüsen dabei, den Körper zu reinigen. Sie befördern Alkohole, Harnstoff, Arzneimittelreste und weitere Giftstoffe nach draußen.

Schutz: Schweiß sorgt für einen Schutzmantel gegen den sauren PH-Wert der Ausdünstung über die ekkrinen Schweißdrüsen, die über den ganzen Körper verteilt sind.

Anwendung und Funktion von Deo

Wenn der menschliche Körper aus den im Vorherigen genannten Gründen schwitzt, verdunstet das ausgeschiedene Wasser und kühlt so die Hautoberfläche aus. Deos vermindern unangenehme Gerüche und reduzieren geruchsbildende Bakterien. Einige Deodorants können auch das Schwitzen regulieren und unerwüschten Körpergeruch neutralisieren.

Ein Großteil des heutigen Deos beinhaltet Aluminiumsalze. Diese lösen sich nach dem Auftragen im Schweiß auf und bilden eine dünne Gelschicht vor den Ausgängen der Schweißdrüsen. So kann die Menge des abgesonderten Schweißes einige Stunden lang reduziert werden. Aluminiumsalze gelten als sicherstes und wirkungsvollstes Mittel zur Regulierung der Schweißbildung.

In Antitranspirants und Deodorants wird auch häufig Kieselerde verwendet. Dabei handelt es sich um ein natürliches Mineral, welches die fetthaltigen Schweißrückstände aufsaugt und ein klebriges Gefühl verhindert. Das Aluminiumsalz Alaun wird on Kristalldeos verwendet. Alaun hindert Geruchsbakterien an der Vermehrung, weswegen in den folgenden Stunden weniger Schweißgeruch entsteht.

Warum wird Deo auftragen?

Hauptgrund für die Verwendung von Deo ist das Vermindern unangenehmer Gerüche durch die Reduktion geruchsbildernder Bakterien. Darüber hinaus kann Deo dabei helfen, Schwitzen im Allgemeinen zu regulieren.

Wo wird Deo aufgetragen?

Deo wird unter den Achseln aufgetragen. Es empfiehlt sich, die Achseln vorab mit einem feuchten Waschlappen zu waschnen und zu trocknen. Erst dann ist eine Erfrischung mit einem Deo wirkungsvoll.

Wann wird Deo aufgetragen?

Deo sollte immer dann aufgetragen werden, wenn die Haut noch frisch ist - also nach dem Waschen oder Duschen. Nur dann entfaltet es seine volle Wirkung. Was viele nicht wissen ist, dass der beste Zeitpunkt zum Auftragen von Antitranspiranten tatsächlich abends vor dem Schlafen ist, da unsere Schweißdrüsen nachts weniger aktiv sind.

Kein guter Zeitpunkt zum Auftragen von Deo ist direkt nach der Rasur, da die Haut dann besonders sensibel ist. In der Folge können unangenehme Irritationen entstehen, die brennende Schmerzen, Hautrötungen und/oder kleine Pickel verursachen. Besser ist es, der sensiblen Haut eine kleine Pause zu gönnen, bevor nach der Rasur Deo aufgetragen wird.

Unterschiedliche Deo-Arten

Die Wahl des richtigen Deos hängt in erster Linie von der Frage ab, welches Ziel mit dem Einsatz des Deos verfolgt wird. Hierbei wird unterschieden in die Reduktion der Schweißbildung und das Minimieren des Schweißgeruchs.

Antitranspiranten eignen sich, um Schweiß zu reduzieren, da sie die Poren verschließen. Dennoch empfiehlt es sich nicht, ein Antitranspirant jeden Tag zu nutzen, da Schwitzen auch wichtig für den Körper ist. Ein herkömmliches Deodorant minimiert oder hemmt den Geruch von Schweiß, indem es den eigenen Körpergeruch überdeckt und frisch duftet.

Weiter existieren verschiedene Arten von Möglichkeiten, wie die gewünschte Deo-Variante aufgetragen werden kann. Diese stellen wir im Folgenden kurz vor.

Deo-Spray

Viele Menschen greifen in erster Linie zum Deo-Spray. Dieses existiert in unzöhligen Variantionen mit verschiedensten Gerüchen von unauffällig bis exotisch. Sie sind ideal zum Auffrischen der Haut, da sie nicht mit der eventuell bereits verschwitzten Haut in Berührung kommen.

Deo-Roller

Die gleiche Frische wie ein Deo-Spray bietet ein Deo Roll-On, jedoch ohne den Effekt, dass der ganze Raum in den jeweiligen Geruch gehüllt wird. Auch hier existiert eine riesige Bandbreite an Gerüchen und Vorlieben. Der Deo-Roller ermöglicht ein einfaches Auftragen und Dosieren.

Deo-Stick

Sowohl Zuhause als auch unterwegs ist ein Deo-Stick eine praktische Lösung. Auf Grund seiner festen Konsistenz kann dieser auch problemlos auf Flugreisen im Handgepäck verstaut werden. Der Deo-Stick kennzeichnet sich durch eine cremige Textur, welche den flüssigen Deos gegenübersteht.

Deo-Creme

Wer sich ein Deo mit fester Konsistenz wünscht, hat auch die Möglichkeit, eine Deo-Creme zu verwenden. Diese besitzt eine ähnliche Textur wie der Deo-Stick, unterscheidet sich jedoch in der Handhabung. Ihre Anwendung ist einfach, cremig und dennoch schützend. Deo-Creme wird besonders für sensible Haut empfohlen.

Deo-Kristalle

Ein Deo-Kristall ist ein Mineralstein, der aus einem kristallisierten Aluminium-Kalium-Sulfat besteht. Bekannt ist er auch unter dem Begriff Alaunkristall oder Alaunstein. Alaun wächst zwar als transparenter Stein in der Natur, ist allerdings selten, weswegen Deo-Kristalle heute meist industriell hergestellt werden.

Umgang mit Deoflecken

Jeder kennt sie - die gelblichen Deoflecken, welche besonders auf hellen T-Shirts und Blusen unschön und leider ziemlich hartnäckig sind.

Wie entstehen Deoflecken?

Wenn weiße Kleidungsstücke mit Deo in Kontakt kommen, bilden sich häufig gelbe Flecken im Achselbereich, die auch in der Waschmaschine nicht rausgehen. Bei dunklen Kleidungsstücken sind die Deoflecken hell. Grund für dieser Verfärbungen sind Deos, die Aluminium enthalten. Während des Waschvorgangs reagieren die Aluminiumsalze mit den Tensiden der Waschmittel.

Tipps zum Entfernen von Deoflecken

Die gute Nachricht ist, dass sie Deoflecken in der Regel recht einfach entfernen lassen. Für das Entfernen von Deoflecken auß weißer Kleidung eignet sich ein Zitronensäure-Wasser-Gemisch, in die die Kleidung über Nacht eingelegt wird, bevor sie am nächsten Tag in die Waschmaschine wandert. Für dunkle Kleidung empfiehtl sich Zitronensäure nicht. Weitere einfache Mittel zum Entfernen von Deoflecken sind ein Gemisch aus Essigsäure und Wasser oder Gallenseife.

Vorsicht ist lediglich bei dunklen und farbigen Kleidungsstücken geboten, da bei diesen die Gefahr groß it, dass der Stoff bei der Behandlung der Flecken ausbleicht. Es empfiehlt sich daher, die Hausmittel immer zunächst an einer kleinen, versteckten Stelle zu testen. Stark verdünnte Essigsäure kann bei Deoflecken auf dunkler Kleidung jederzeit problemlos angewendet werden.

So lassen sich Deoflecken vermeiden

Um Deoflecken zu vermeiden, ist es in erster Linie richtig, ein Deo zu verwenden, welches keine Stoffe mit dem Wortteil "-aluminium" oder "-aluminia" beinhaltet. Weiter ist es ratsam, das Deo vor dem Anziehen der Kleidung aufzutragen. Wichtig ist außerdem, dem Deo etwas Zeit zum trocknen zu geben, bevor ein Oberteil darübergezogen wird. Im Falle einer Benutzung eines Anti-Transpirant Deos empfiehlt es sich, dieses vor der Benutzung gut zu schütteln, da so Inhaltsstoffe gut verteilt werden und weniger Flecken hinterlassen.

Deo selbst machen - so einfach geht's!

DIY Deo-Creme Rezept

Zutaten

  • 4 EL Bio Kokosöl
  • 3 EL Pfeilwurzelmehl
  • 1-2 EL Kaisernatron
  • 15 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl
  • 2 Tropfen Teebaumöl

Zubereitung

  1. Das Kokosöl in einem Wasserbad bei nierdiger Temperatur schmelzen lassen.
  2. Pfeilwurzelmehl, Kaisernatron, Pfefferminzöl und Teebaumöl in das Kokosöl einrühren und alle Zutaten unter mehrfachem Rühren auskühlen lassen.
  3. Die Deo-Creme kurz bevor sie fest wird in ein beliebiges Behältnis abfüllen.


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