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von Maresa Decker November 24, 2022 3 min lesen.
Was hinter dem Black Friday steckt und ob sich dieser Konsumtag überhaupt mit Nachhaltigkeit vereinbaren lässt, erfährst du in diesem Beitrag.
Der Black Friday fällt auf den Freitag nach Thanksgiving und gilt als Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Auch in Deutschland ist der Aktionstag inzwischen fest etabliert: Onlineshops und stationäre Händler locken mit hohen Rabatten. Umweltverbände sehen diesen Tag jedoch kritisch – und das aus gutem Grund.
Wir zeigen dir, woher der Black Friday kommt, warum er aus Nachhaltigkeitssicht problematisch ist und wie du bewusster mit Angeboten umgehen kannst.
Der Black Friday stammt aus den USA. Dort folgt er direkt auf Thanksgiving und wird traditionell für erste Weihnachtseinkäufe genutzt. Der Handel erkannte früh das Potenzial dieses Tages und begann, mit besonders starken Preisnachlässen Kundinnen und Kunden in die Geschäfte zu locken.
In Deutschland ist der Black Friday erst seit einigen Jahren weit verbreitet. Heute beteiligen sich nahezu alle bekannten Marken, Onlineshops und lokalen Händler mit Rabattaktionen daran.
Woher der Name „Black Friday“ genau stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie bezieht sich auf die Menschenmassen, die an diesem Tag die Geschäfte füllen. Eine andere Erklärung verweist auf die „schwarzen Zahlen“, die Händler durch hohe Umsätze schreiben.
Mehr Konsum bedeutet in der Regel auch mehr Produktion. Dafür werden Rohstoffe benötigt, Energie verbraucht und CO₂-Emissionen verursacht. Besonders problematisch sind Produkte mit kurzen Lebenszyklen, etwa Fast Fashion oder schnell ersetzte Elektronik.
Neben der Herstellung belastet auch der Transport die Umwelt: Waren werden produziert, gelagert, verschickt, retourniert und erneut verteilt. Dazu kommen Verpackungen, Lieferwege, Beleuchtung, Heizung oder Klimatisierung in Geschäften.
Auf den ersten Blick lässt sich der Black Friday daher kaum mit einem nachhaltigen Lebensstil vereinbaren. Trotzdem gibt es Wege, bewusster mit Rabattaktionen umzugehen.
Viele Produkte werden heute deutlich kürzer genutzt, als es eigentlich möglich wäre. Kleidung, Möbel, Smartphones oder Haushaltswaren werden oft ersetzt, obwohl sie noch funktionieren oder repariert werden könnten.
Fast Fashion ist ein besonders deutliches Beispiel: Kleidung wird für kurze Trends produziert, nur wenige Male getragen und anschließend entsorgt. Das verursacht Umweltbelastungen entlang der gesamten Lieferkette – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.
Nachhaltiger ist es, Produkte möglichst lange zu nutzen, zu reparieren, weiterzuverkaufen, zu verschenken oder durch Upcycling weiterzuverwenden.
Eine bekannte Gegenbewegung ist der sogenannte Green Friday. Er soll Konsum stärker mit Nachhaltigkeit verbinden. Ähnliche Aktionstage sind der White Monday, der Giving Tuesday oder der Kauf-Nix-Tag.
Beim Green Friday spenden Unternehmen zum Beispiel einen Teil ihrer Einnahmen, pflanzen Bäume oder unterstützen soziale und ökologische Projekte. Ob das wirklich eine bessere Alternative ist, hängt stark davon ab, wie ernsthaft und transparent diese Maßnahmen umgesetzt werden.
Wirklich nachhaltig wird ein Kauf nicht automatisch dadurch, dass er rabattiert oder mit einer Spende verbunden ist. Entscheidend ist, ob das Produkt gebraucht wird, langlebig ist und eine weniger nachhaltige Alternative ersetzt.
Eine sinnvolle Option ist Secondhand. Kleidung, Bücher, Möbel, Elektronik und viele andere Produkte gibt es gebraucht oder refurbished oft in sehr gutem Zustand. Das spart Ressourcen und verlängert die Lebensdauer vorhandener Produkte.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Kaufe nicht, nur weil etwas reduziert ist. Kaufe nur, was du wirklich brauchst oder schon länger geplant hast.
Ein Neukauf ist nicht immer notwendig. Viele Produkte gibt es gebraucht, generalüberholt oder aus nachhaltiger Produktion. Gerade bei Kleidung, Möbeln, Schuhen, Elektronik und Accessoires lohnt sich der Blick auf Secondhand-Angebote.
Auch Zero-Waste-Alternativen können sinnvoll sein, wenn sie langfristig Einwegprodukte ersetzen. Dann wird aus einem Rabattkauf keine impulsive Konsumentscheidung, sondern eine bewusste Investition.
Der Black Friday bleibt ein problematischer Konsumtag. Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Rabatte, sondern durch bewusstere Entscheidungen. Wer Angebote nutzt, sollte vorher prüfen, ob das Produkt wirklich gebraucht wird, langlebig ist und im besten Fall eine umweltschädlichere Alternative ersetzt.
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